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ICS 8x42 Dachkant - ein Gerät für Stern- und Naturfreunde

Winfried Kräling (VdS)
 
ics_dachkant.jpg ICS Dachkantgläser (für größeres Bild anklicken, 20 KB)

Als Stern- und Naturfreund war ich seit längerem auf der Suche nach einem (neuen) leichten, handlichen und optisch qualitativen Fernglas, das ich sowohl zu Naturbeobachtungen als auch zur Beobachtung von astronomischen Objekten verwenden wollte. Jeder erfahrene Deep Sky- und Kometenbeobachter schätzt ein Fernglas zur Beobachtung von ausgedehnten Objekten und für den Naturfreund ist ein gutes Fernglas nahezu unentbehrlich. Auf dem ITV´98 konnte ich das ICS 8x42 mit einem weiteren Qualitätsfernglas gleicher Vergrößerung und Öffnung eines deutschen Herstellers vergleichen. Das Gesichtsfeld des ICS- Glases war mit 50° zwar deutlich kleiner als das des noch in Frage kommenden Gerätes, doch die Schärfe und der Kotrast über weite Teile des Gesichtsfeldes standen dem mehr als doppelt so teueren Fernglas kaum nach. Nicht nur der Preis, mehr noch das Gewicht von nur 585 Gramm (etwa 2/3 des anderen Glases) dieses griffigen Feldstechers, waren ausschlaggebend für die Kaufentscheidung.

Bereits die erste Tour durch Wald und Feld bestätigten, daß ich die richtige Wahl getroffen hatte. Durch den breiten (neben der Aufbewahrungstasche) mitgelieferten Umhängeriemen war das Gewicht des umgehängten Fernglases kaum zu spüren und die Beobachtung von Vögeln und anderem Getier war ein Genuß. Beobachtungen am Nachthimmel ließen (wie zumeist, wenn man eine Neuerung erworben hat) eine Weile auf sich warten und Beobachtungen bei einer nur mäßigen Grenzgröße sind nicht meine Sache. Bei einer Grenzgröße von 5.8m, die zwar nicht unbedingt berauschend, doch noch für Deep Sky- Beobachtungen geeignet ist, gelangen mir nachfolgend beschriebene Beobachtungen. Hier nun ein Auszug aus meinem Beobachtungsbuch.

M11 und M27 erscheinen im ICS 8x42 hell und springen regelrecht ins Auge. Lichtschwächere Objekte müssen nun für einen ersten Test am Nachthimmel herhalten. Der Schwan steht günstig und links unterhalb von Deneb müßte doch NGC 7000 - der Nordamerikanebel zu finden sein. Gleich beim ersten Blick erscheinen die markanten Umrisse dieser Nebelmasse sehr kontrastreich im Gesichtsfeld. Zu meiner Überraschung erkenne ich auch etwas rechts von NGC 7000, wenn auch ohne Details, einen weiteren schwachen Nebel, es ist IC 5067-70, der Pelikannebel. Nach diesem Erfolg nehme ich mir NGC 6992-95, den Cirrusnebel vor. Bei Kenntnis der ungefähren Position hebt sich der sichelförmige Cygnusbogen (ein Teil des Cirrusnebels) deutlich und kontrastreich vom Himmelshintergrund ab.

Die beiden Dunkelhöhlen B142/143 im Adler, etwas rechts von g Aql, sind leicht zu sehen, sogar mit Atair im Gesichtsfeld. Bringt man diesen hellen Stern außerhalb des Blickfeldes, steigert sich der Kontrast der Dunkelnebeln zu den hellen Partien unsere Galaxie. Wunderschön ist der Anblick des etwas dreieckig wirkenden und aufgelösten Sternhaufens M39 mit dem darunter liegenden Dunkelnebel B168, der sich wie ein dunkler Balken durch das halbe Gesichtsfeld zieht. Neben M31, dem Andromedanebel, dessen Halo sich auch über das halbe Gesichtsfeld erstreckt, sind mühelos die beiden Begleitgalaxien M32 Und M110 als verwaschene Nebelflecke zu erkennen. M33, der sich langsam über den Horizontdunst erhebt, kann ich als diffusen, großen Nebelfleck erkennen, der sich ebenfalls recht kontrastreich vom dunklen Himmelshintergrund abhebt.

Fazit, nicht allein die Öffnung eines Instrumentes ist ausschlaggebend für die Erkennbarkeit von lichtschwachen Objekten, genauso wichtig ist die Kontrastleistung eines Gerätes, die beim ICS 8x42 bereits bei Tagbeobachtung zu erkennen ist. Die Frage eines weiteren Sternfreundes, ob dieses handliche Gerät einen eingebauten Kontrastverstärker habe, kann bejaht werden: Alle optischen Flächen einschließlich der Prismen sind mehrfach vergütet.     Winfried Kräling (VdS)


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