Nachdem es mit dem Wetter in Europa nicht immer zum
besten steht, hat Petrus bei der Mondfinsternis am 9. Januar ein Einsehen
gehabt. Zwischen zwei Tiefausläufern bescherte uns der Wettergott ein
relativ wolkenarmes Gebiet mit leichter Cirrusbewölkung im Süden
Deutschlands. So konnte die Mondfinsternis eigentlich von einem
Großteil der deutschen Amateure gut beobachtet werden. Allerdings
mußte sich auch genau wärend der Totalität an meinem
Standpunkt eine Cirrusfront über den Mond schieben. Mir blieb
schließlich nichts anderes übrig, als mein gesamtes
fotografische Equipment ins Auto zu schmeißen (na ja, zu legen) und
einen halben Kilometer weiter erneut mein Glück zu versuchen.
Die Aufnahmen entstanden mit einem Takahashi Epsilon 160, Brennweite
530mm f/3.3. Die Brennweite reicht natürlich nicht für
formatfüllende Abbildung, ermöglicht aber bei entsprechend langer
Belichtungszeit, auch die Abbildung des umgebenden Sternfeldes. Da ein
Diafilm eine steilere Gradationskurve hat, habe ich für diesen
Einsatzzeck den Kodak Color 100 verwendet. Die Kontraste und Farben sind
nicht digital nachbearbeitet. Nicht nur nach meinem eigenen Eindruck hatten
wir es diesmal mit einer nicht ganz so farbenprächtigen und relativ
dunklen MoFi zu tun. Ganz im Gegensatz dazu zeigen praktisch alle Bilder
von Amateuren ein kräftiges Rot. Das ist wohl darauf
zurückzuführen, daß das Auge im nachtadaptierten Zustand
(während der Totalität!) weniger empfindlich auf Rot reagiert.
Ganz dicht am Mondrand läßt sich ein einzelner Stern erkennen,
der gerade wieder von der Monscheibe freigegeben wird.