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Plejaden M45

PlejadenAufnahme: 105 kB, Copyright (c) 1993, Association of Universities for Research in Astronomy, Inc

AufsuchkarteAufsuchkarte: 13 kB

Eines der Glanzlichter am herbstlichen und winterlichen Himmel sind die Plejaden oder im Volksmund auch Siebengestirn genannt. Diese Sterngruppe gehört zu einem sehr jungen Sternhaufen, der in Wirklichkeit rund 250 Sterne beinhaltet. Weil die Plejaden nur 410 Lichtjahre entfernt sind, erscheint uns der Haufen recht locker und ausgedehnt. In einem Feld von vier Vollmonddurchmessern kann man Mitglieder von diesem Sternhaufen finden. Um die hellsten Sterne kann man Reflexionsnebel erkennen. Da der Sternhaufen nur 20 Mio. Jahre alt ist, wurde vermutet, daß man hier noch Reste der interstellaren Wolke sehen kann aus dem der Sternhaufen entstanden ist. Diese Vermutung trifft jedoch nicht zu. Die Plejadensterne haben ungewöhnlich kurze Rotationszeiten. Die Gas- und Staubmassen sind wahrscheinlich durch die schnelle Rotation der Sterne abgesprengt worden. Der hellste dieser Reflexionsnebel ist der Meropenebel und wurde 1859 von Ernst Tempel entdeckt.

Visuelle Beobachtung

Selbst unter städtischen Bedingungen und nur mit dem freien Auge sind die Plejaden immer ein Erlebnis. Der Sternhaufen hat eine scheinbare Helligkeit von immerhin 1.2 mag und einen Durchmesser von 110 Bogenminuten. Die hellsten neun Sterne liegen allerding in einem Grad versammelt. Verblüffend für den aufmerksamen Beobachter mag der Name Siebengestirn sein. Denn unter schlechten Bedingungen sind nur sechs Sterne sichtbar und unter besseren Bedingungen acht oder mehr. Die Zahl sieben spielt jedoch in den verschiedenen Mythologien eine wichtige Rolle. Unter den Amateuren wird es oft als Sport angesehen, möglichst viele Plejadensterne mit freiem Auge zu beobachten. Normalerweise kommt man auf nicht mehr als 9 Sterne, unter sehr guten Bedingungen auch auf 11. Mein persönlicher Rekord liegt bei 14 Sternen, allerdings erzielt unter einem Gebirgshimmel und mit einer Stunde Beobachtungszeit. Vielleicht berichten in eine der nächsten Ausgaben einige Leser von ihren Erfahrungen.

Für die Beobachtung mit Fernglas oder Teleskop sollte man sich eine Optik mit großem (ca. 2 Grad) Gesichtfeld aussuchen. Ansonsten verliert der Sternhaufen sehr viel von seinem Eindruck. Ideal sind Ferngläser und Teleskope bis 4 Zoll Öffnung. Interessant zu beobachten sind natürlich die bekannten Reflexionsnebel. Da diese Gasmassen im gesamten Wellenlängenspektrum zu sehen sind, nützt es auch nichts, wenn man einen Nebelfilter benutzt. Darin unterscheiden sie sich grundsätzlich von Emissionsnebeln. Das einzige, was in solchen Fällen hilft, ist ein guter Himmel. Dann allerdings kann man schon in einem 7x50 den hellsten Nebel, den Meropenebel, sehen. Richtig auffällig werden die Nebelschlieren in einem 20x100 Miyauchi bei 2.5 Grad Gesichtsfeld. Bedeutend schwieriger sind dagegen die Nebelmassen um Alcyone, Maia, Electra und Taygeta. Wer diese Nebel sehen möchte, braucht einen außerordentlich guten Himmel und eine sehr gute Optik.

Fotografie

Auch fotografisch zählen die Plejaden zu den einfachsten Objekten. Selbst mit einer feststehenden Spiegelreflexkamera und wenigen Sekunden Belichtungszeit läßt sich der Sternhaufen abbilden. Wer zudem eine lichtstarke Optik und einen hochempfindlichen Film benutzt, kann mit dieser Methode sogar schon die Reflexionsnebel nachweisen. Auf den blauen Anteil der Reflexionsnebel reagieren Filme in der Regel recht empfindlich. Farb- und Schwarz-Weiß-Filme können gleichermaßen gut verwendet werden.

Karl Thurner


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