NGC 869/884 (h und Chi Persei)
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Warum Messier diese beiden herausragenden
Sternhaufen nicht in seine Liste aufgenommen hat, wird wohl immer im Dunkel
der Geschichte verborgen bleiben. Dagegen verzeichnete er die ziemlich
ähnlichen Sternhaufen wie Präsepe (M 44) und Plejaden (M 45).
Selbst Hipparchus hat h und x schon im Jahre 150 v. Chr. erwähnt. Die
beiden Sternhaufen erscheinen fast wie Zwillinge am Himmel, besitzen etwa
gleich viele Sterne (ca. 300), nahezu die gleiche Helligkeit (4.4 mag und
4.7 mag) und ein vergleichbares, sehr junges Alter. Dennoch besteht keine
physikalische Verbindung zwischen ihnen. Es ist reiner Zufall, daß
wir sie zusammen am Himmel sehen können.
Visuelle Beobachtung
Mit einer Helligkeit unter 5 mag sind die beiden
Sternhaufen sogar unter weniger idealen Beobachtungsbedingungen mit
bloßem Auge zu sehen. Sie verschwimmen zu einem diffusen, elongierten
Fleck. Schon mit der einfachsten Optik, z.B. einem 8x20 Opernglas, erkennt
man aber die wahre Natur der Sternhaufen. Überhaupt ist h und x wohl
ein Paradeobjekt für kleine Teleskope mit großem Gesichtsfeld.
Erst bei einem Ausschnitt von über einem Grad, kann man beide
Sternhaufen bequem gleichzeitig im Okular sehen. Bei kleineren
Gesichtfeldern paßt immer nur einer der beiden Sternhaufen ins
Okular, wodurch viel vom spektakulären Anblick verloren geht. Beide
Sternhaufen zeigen eine deutliche Zunahme der Sternanzahl zur Haufenmitte,
was beim Beobachter den Eindruck einer Dreidimensionalität hervorruft.
Die helleren und markanteren Einzelsterne besitzt aber h.
Fotografie
Als Einzelobjekte mögen die beiden Sternhaufen
nicht gerade spektakulär erscheinen. In Kombination stellen Sie ein
Unikum am Himmel dar. Außerdem befinden sich h und x in einer
abwechslungsreichen Umgebung nahe den sternreichen Gebieten des Sternbilds
Cassiopeia. Damit eignet sich das Sternfeld um h und x praktisch für
jede Brennweite. Sogar auf eine Nachführung kann verzichtet werden.
Bei einem 50 mm Objektiv, einem 400 ASA-Film und der Deklination der beiden
Sternhaufen (ca. +56 Grad) kann man ca. 12 Sekunden belichten, bevor die
Sterne strichspurig werden. Es versteht sich von selbst, daß man die
Blende dabei möglichst weit öffnet.
Karl Thurner
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