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NGC 869/884 (h und Chi Persei)

h+Chi NGC 869/884Aufnahme: 180 kB, Copyright (c) 1993, Association of Universities for Research in Astronomy, Inc

AufsuchkarteAufsuchkarte: 143 kB

Warum Messier diese beiden herausragenden Sternhaufen nicht in seine Liste aufgenommen hat, wird wohl immer im Dunkel der Geschichte verborgen bleiben. Dagegen verzeichnete er die ziemlich ähnlichen Sternhaufen wie Präsepe (M 44) und Plejaden (M 45). Selbst Hipparchus hat h und x schon im Jahre 150 v. Chr. erwähnt. Die beiden Sternhaufen erscheinen fast wie Zwillinge am Himmel, besitzen etwa gleich viele Sterne (ca. 300), nahezu die gleiche Helligkeit (4.4 mag und 4.7 mag) und ein vergleichbares, sehr junges Alter. Dennoch besteht keine physikalische Verbindung zwischen ihnen. Es ist reiner Zufall, daß wir sie zusammen am Himmel sehen können.

Visuelle Beobachtung

Mit einer Helligkeit unter 5 mag sind die beiden Sternhaufen sogar unter weniger idealen Beobachtungsbedingungen mit bloßem Auge zu sehen. Sie verschwimmen zu einem diffusen, elongierten Fleck. Schon mit der einfachsten Optik, z.B. einem 8x20 Opernglas, erkennt man aber die wahre Natur der Sternhaufen. Überhaupt ist h und x wohl ein Paradeobjekt für kleine Teleskope mit großem Gesichtsfeld. Erst bei einem Ausschnitt von über einem Grad, kann man beide Sternhaufen bequem gleichzeitig im Okular sehen. Bei kleineren Gesichtfeldern paßt immer nur einer der beiden Sternhaufen ins Okular, wodurch viel vom spektakulären Anblick verloren geht. Beide Sternhaufen zeigen eine deutliche Zunahme der Sternanzahl zur Haufenmitte, was beim Beobachter den Eindruck einer Dreidimensionalität hervorruft. Die helleren und markanteren Einzelsterne besitzt aber h.

Fotografie

Als Einzelobjekte mögen die beiden Sternhaufen nicht gerade spektakulär erscheinen. In Kombination stellen Sie ein Unikum am Himmel dar. Außerdem befinden sich h und x in einer abwechslungsreichen Umgebung nahe den sternreichen Gebieten des Sternbilds Cassiopeia. Damit eignet sich das Sternfeld um h und x praktisch für jede Brennweite. Sogar auf eine Nachführung kann verzichtet werden. Bei einem 50 mm Objektiv, einem 400 ASA-Film und der Deklination der beiden Sternhaufen (ca. +56 Grad) kann man ca. 12 Sekunden belichten, bevor die Sterne strichspurig werden. Es versteht sich von selbst, daß man die Blende dabei möglichst weit öffnet.

Karl Thurner


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