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Nordamerikanebel NGC 7000

NordamerikanebelAufnahme: 201 kB, Stefan Funk, Karl Thurner

Aufsuchkarte NGC 7000Aufsuchkarte: 180 kB

Zu den bekanntesten Nebeln der Milchstraße zählt wohl der Nordamerika-Nebel NGC 7000. Er wird oft von Amateuren fotografiert und ziert jede Menge bekannter Publikationen, doch wer hat ihn schon wirklich einmal gesehen? 1786 hat Wilhelm Herschel den Nebel und seine charakteristische Form entdeckt. Die erste Fotografie stammt von Max Wolf von 12.12.1890. Der Nebel gehört zu einem ganzen Nebelkomplex in der Nähe von Deneb, dem Hauptstern des Schwans und liegt inmitten einer dichten Sternwolke. Deneb ist übrigens nicht der anregende Stern, sondern ein schwaches blaues Sternchen in der Nähe.

Visuelle Beobachtung

Die visuelle Beobachtung gelingt problemlos mit Ferngläsern, da der Nebel etwa drei Grad groß am Himmel erscheint. Bereits unter mäßig dunklem Himmel erkennt man auch mit bloßem Auge eine Aufhellung an der entsprechenden Stelle. Dies ist allerdings nicht der Nebel, sondern die Sternwolke, die etwa die gleiche Form und Ausdehnung wie der Nebel hat. Sowohl der Nebel als auch die Sternwolke sind in Wirklichkeit größer, werden aber zum Teil durch vorgelagerte Staubwolken verdeckt, was auch die ähnliche Form von beiden erklärt. Mit einem 7x50 Fernglas ist NGC 7000 zwar sichtbar, aber schwierig gegen die Milchstraße abzugrenzen. Wie bei vielen anderen Objekten gilt aber auch hier: hat man ihn einmal unter guten Bedingungen klar und deutlich gesehen, erkennt man ihn später auch bei nicht so gutem Himmel immer wieder. Das ideale Instrument zur Beobachtung vom Nordamerikanebel ist ein Rich-Field-Teleskop mit 3-4 Zoll Öffnung und einem Gesichtsfeld von drei Grad. Eine erhebliche Verbesserung erreicht man durch den Einsatz von Nebelfiltern, die es übrigens auch für Ferngläser gibt. Mit dem Filter werden dann auch weitere Nebel in der Umgebung sichtbar, wie der Pelikannebel IC 5067-70 und andere schwächere Nebel weiter westlich.

Fotografie

Fotografisch ist der Nordamerikanebel denkbar einfach. Das für das dunkeladapierte Auge kaum sichtbare H-alpha-Licht wird von einem Farbfilm problemlos registriert. Die moderne Filmtechnik erlaubt Filmempfindlichkeiten über 1600 ASA. Dadurch kann der Nebel sogar ohne Nachführung mit einem lichtstarken Objektiv fotografiert werden. Es ist erstaunlich, welch kräftige Durchzeichnung ein solcher Film selbst bei Belichtungszeiten von nur knapp einer Minute erreicht. Der Nachteil dieser Methode liegt im groben Korn des Films, das bei kontrastreichen Abzügen noch stärker in Erscheinung tritt. Die Optimallösung ist wie in vielen Fällen der Kodak TP 2415 in Kombination mit einem Rotfilter.

Karl Thurner


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