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Edge-On-Galaxie NGC 4565

NGC 4565Aufnahme: 73 kB, Copyright (c) 1993, Association of Universities for Research in Astronomy, Inc

Aufsuchkarte NGC4565Aufsuchkarte: 111 kB

Eine der hellsten und prominentesten der sogenannten Edge-on-Galaxien ist NGC 4565. Als edge-on werden Spiralgalaxien bezeichnet, die wir genau von der Kante aus betrachten. Da Spiralgalaxien viel Gas und Staub besitzen, blicken wir auf ein Band dieser Dunkelmaterie, die sich der Länge nach über den Galaxienkörper zieht. Im Falle von NGC 4565 beträgt der Neigungswinkel nur rund vier Grad. Die Spiralgalaxie wurde 1785 von Wilhelm Herschel entdeckt. Mit nur 32 Millionen Lichtjahren Entfernung gehört sie noch zu den relativ nahe stehenden Galaxien. Ihr Durchmesser (125.000 Lj.) und ihre absolute Helligkeit (-20.3 mag) sind mit unserer Milchstraße vergleichbar.

Visuelle Beobachtung

Wie alle Edge-on-Galaxien ist auch NGC 4565 leichter zu beobachten, als es die Helligkeitsangabe (9.5 mag) vermuten lassen würde. Das Licht ist auffällig in einem schmalen Streifen (16x2.8 Bogenminuten) mit scharf begrenzter Kante konzentriert. Mit einem Fujinon 10x70 zeigt sich die Galaxie als schmaler kurzer Strich. In den Großferngläsern Miyauchi 20x100 oder Fujinon 25x125 ist auch schon der zentrale Bulg als leichte Verdickung zu sehen. Lohnenswert ist auch die Beobachtung mit einem gängigen Vier-Zoll-Newton-Teleskop. Die typische Nadelform ist damit leicht erkennbar. Wer allerdings das Staubband sehen möchte, muß zu einem Acht-Zöller greifen. Aber selbst bei dieser Öffnung bleibt das Staubband weitgehend strukturlos. Erst bei einer Öffnung von 12.5 Zoll zerfällt der Galaxienkörper in einige hellere Flecken, und die Galaxie kann über die gesamte Ausdehnung verfolgt werden. In noch größeren Teleskopen verstärkt sich der Eindruck des Staubbandes, das dann bis zum Galaxienrand wahrnehmbar ist.

Fotografie

Die von Amateurastronomen wohl am häufigsten fotografierte Edge-on-Galaxie dürfte NGC 891 sein. NGC 4565 dagegen wird weniger oft in Angriff genommen. Dazu ist allerdings auch zu sagen, daß der Aufwand für dieses Objekt schon recht hoch ist. Mit relativ kurzen Brennweiten (bis 1000 mm) läßt sich nur die Nadelform zeigen, ohne jedoch Details in der Substruktur aufzulösen. Das ist Brennweiten oberhalb von 1000 mm vorbehalten. Richtig filigrane Knotenstrukturen werden sogar erst ab zwei Meter Brennweite deutlich. Der Einsatz von Farbfilmen bringt keinen nennenswerten Gewinn. Bei diesem Objekt sind hochkontrastige Schwarz-Weiß-Filme oder CCD-Aufnahmen vorzuziehen.

Karl Thurner


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