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Rattenschwanzgalaxien NGC4038/39

Antennen NGC 4038/39Aufnahme: 117 kB, Copyright (c) 1993, Association of Universities for Research in Astronomy, Inc

Aufsuchkarte NGC 4038/39Aufsuchkarte: 109 kB

In der englischen Literatur werden die Galaxien auch oft the Antennae genannt. Dieses Paar von Galaxien ist ein Paradebeispiel wechselwirkender Systeme. Bei einem nahe Vorübergang sind durch Gezeitenkräfte Gas und Staub aus den Galaxienkörpern in den intergalaktischen Raum geschleudert worden. Die Gezeitenkräfte haben gleichzeitig die Sternentstehung in den Gas- und Staubmassen angekurbelt. Die neu entstandenen Sterne bilden den sichtbaren Teil der Schwänze. Einmalig in diesem Zusammenhang dürfte wohl die symmetrische Lage der Schwänze sein, die sich nur dann ausbildet, wenn die wechselwirkenden Galaxien vergleichbar in Masse und Gestalt sind. Aus der Rotverschiebung der Galaxien läßt sich die ungefähre Entfernung von etwa 90 Mio. Lichtjahren ableiten.

Visuelle Beobachtung

In dieser Ausgabe haben wir uns ein sehr interessantes aber auch ein schwierigeres Objekt herausgesucht. Dazu kommt noch, daß die Galaxien bei etwa -19 Grad Deklination zu finden sind, was die Beobachtung nicht vereinfacht. Gute Horizontsicht und ein transparenter Himmel sind Voraussetzung für den Beobachtungserfolg. Die beiden Galaxien haben die Bezeichung NGC 4038 und NGC 4039, wobei die nördlichere Galaxie NGC 4038 die etwas hellere und größere ist. Die Galaxien haben eine Ausdehnung von 5.4x3.9 bzw. 5.4x2.5 Bogenminuten und eine scheinbare Helligkeit von 10.5 mag. Als Beobachtungsgerät scheiden damit normale Feldstecher aus. Als Mindestöffnung sollte man 6 Zoll bzw. rund 100-fache Vergrößerung verwenden. Dann kann man einen hellen, runden Fleck mit 2.5 Bogenminuten Durchmesser sehen. Ab 8 Zoll Öffnung läßt sich aber schon eine gewisse Struktur beobachten. Der Fleck erscheint unrund mit einem Einschnitt in der Süd-West-Flanke. Bei 12 Zoll Öffung wirken die Galaxien wie ein Komma geformt und man kann zusätzliche Hell- und Dunkelpartien erkennen. Zwei deutlich getrennte Galaxien sieht man mit 16 Zoll Öffnung, wobei in NGC 4038 zwei hellere Knoten erkennbar werden. Die Gesamtausdehnung, die man je Galaxie sehen kann liegt bei rund 3x1.5 Bogenminuten. Aber selbst 16 Zoll sind für die Rattenschwänze zu klein. Dafür muß man in die 20 Zoll-Klasse aufsteigen und bei sehr guten Bedingungen beobachten, was sicherlich nicht jedermann möglich ist.

Fotografie

Ebenso wie die visuelle Beobachtung erfordert die Fotografie aufwendiges Equipment. Als Mindestbrennweite sollte man 1000 mm veranschlagen, besser noch mehr. Als Film kommen nur hochkontrastige und gehyperte Filme in Frage. Empfehlenswert ist hier auch eine CCD-Kamera. Die Galaxien haben zusammen mit ihren Rattenschwänzen nur rund 10 Bogenminuten Ausdehung und passen auf einen CCD-Chip. Außerdem läßt sich ein CCD-Chip noch bei größeren Öffnungsverhältnissen einsetzen, weil er grundsätzlich empfindlicher ist als ein Film.

Karl Thurner


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