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Spiralgalaxie NGC 253

NGC 253Aufnahme: 117 kB, Copyright (c) 1993, Association of Universities for Research in Astronomy, Inc

Aufsuchkarte NGC 253Aufsuchkarte: 83 kB

Tief am Süden taucht in den Herbstmonaten für kurze Zeit das Sternbild Bildhauer (lat. Sculptor) auf. Selbst unter den Amateurastronomen wäre dieses Sternbild relativ unbekannt, gäbe es in ihm nicht ein außerordentliches Objekt zu finden, die Spiralgalaxie NGC 253. Diese Galaxie ist das hellste Mitglied der sogenannten Sculptor-Gruppe, ein kleinerer Galaxienhaufen ähnlich unserer Lokalen Gruppe. Da die Sculptor-Gruppe nur rund 8 Millionen Lichjahre entfernt ist, liegt sie gewissermaßen direkt vor unserer Haustür. Dies erklärt auch, warum wir diese Galaxie so gut beobachten können. Allerdings reicht die Größe von NGC 253 mit 70.000 Lichtjahren Durchmesser nicht ganz an die Größe unsere Milchstraße heran. Entdeckt wurde die SC-Galaxie 1783 von Caroline Herschel.

Visuelle Beobachtung

Da NGC 253 in unseren geographischen Breiten nur rund 15 Grad hoch am Himmel stehen kann, braucht man gute Horizontsicht. Aber selbst unter weniger optimalen Bedingungen lohnt sich das Aufsuchen, handelt es sich doch bei NGC 253 um die hellste Spiralgalaxie nach dem berühmten Andromedanebel M31. Das bestätigt auch eindrucksvoll die visuelle Helligkeit von rund 7 mag. NGC 253 läßt sich mit nur 12 Grad Kantenneigung in den erweiterten Kreis der Edge-On-Galaxien rechnen. Dementsprechend hat sie auch die Form einer langgezogenen Ellipse und ist durchsetzt mit dunklen Staubstrukturen, die charakteristisch für solche Spiralgalaxien sind. Die scheinbare Ausdehnung beträgt 25x7.3 Bogenminuten. Selbst mit kleinsten Feldstechern ist diese Galaxie wegen ihrer Helligkeit und Ausdehnung bequem zu beobachten. Sie erscheint als lange, strukturlose Zigarre. In größeren Binokularen wie z.B. einem Miyauchi 20x100 sind schon die ersten Ansätze
von Struktur in der Galaxienscheibe zu erahnen. Die Galaxie hat nur ein sehr kleines Zentrum, das erst in größeren Teleskopen konzentriert und stark elongiert erscheint. Von unseren geographischen Breiten aus braucht man allerdings schon 8-10 Zoll Öffnung, um erste Staubstrukturen wahrzunehmen. Der unvermeidliche Horizontdunst verhindert im Normalfall bessere Ergebnisse. Mit zunehmender Öffnung werden die Strukturen immer filigraner, der Galaxienkörper zerfällt regelrecht in Einzelteile. In dieser Hinsicht ist NGC 253 viel interessanter zu beobachten als der große Bruder M31.

Fotografie

Der gesamte Galaxienkörper hat ein viertel Grad Ausdehnung. Damit liegt er in der Reichweite normaler Teleobjektive. Das gestaltet die Fotografie relativ einfach. Schon bei 85mm Brennweite erscheint die Galaxie deutlich und lanzettenförmig. Die auffälligen Staubstrukturen werden bei 500mm Brennweite sichtbar. Die Profis unter den Amateuren können mit 1000mm Brennweite eine Vielzahl von Dunkelwolken fotografieren und mit 2 Meter sogar HII-Regionen und einzelne Sternassoziationen. Lohnenswert ist der Einsatz von Farbfilmen. Wer die Voraussetzungen hat, kann sich auch mit 3-Farb-Komposit-Technik an die Galaxie wagen oder mit RGB-Filtern ein farbiges CCD-Bild gewinnen. Der stark differenzierte Galaxienkörper bietet eine reichhaltige Auswahl an verschiedensten Farbtönungen.

Karl Thurner


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