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Eskimonebel, NGC 2392

Eskimonebel Aufnahme: 46 kB, Copyright (c), NASA, Fruchter and ERO-Team, HST
Eskimonebel Aufnahme: 20 kB, Copyright (c) 1993, Association of Universities for Research in Astronomy, Inc
Aufsuchkarte: Eskimonebel Aufsuchkarte: 311kB

In der winterlichen Milchstraße gibt es eine ganze Reihe interessanter planetarischer Nebel. Der hellste Vertreter jedoch ist der Eskimonebel mit der Katalogbezeichnung NGC 2392. Er wurde 1787 von William Herschel entdeckt, der im Eskimonebel aber noch keine Strukturen beobachten konnte. Der Name des Planetarischen Nebels rührt nämlich von Dunkelstrukturen in der inneren der beiden Gasschalen her, die das Aussehen eines Gesichtes haben. Die äußere Hülle repräsentiert dann die Kapuze. Über die Entfernung des Planetarischen Nebels gibt es widersprüchliche Angaben, plausibel erscheinen jedoch rund 3000 Lichtjahre. Der Zentralstern ist einer der heißesten und leuchtkräftigsten Sterne, die man in Planetarischen Nebeln überhaupt gefunden hat. Die Leuchtkraft übertrifft die der Sonne um das 40fache und die Oberflächentemperatur beträgt rund 40.000 Grad. Auch eine nennenswerte Expansion läßt sich beim Eskimonebel nachweisen. Sie beträgt 1 Bogensekunde in 30 Jahren.

Visuelle Beobachtung

Mit dem Fernglas ist der Eskimonebel wegen seines geringe Durchmessers nur für geübte Beobachter zu finden und von einen Stern zu unterscheiden. Etwa 1.5 Bogenminuten nördlich vom Eskimonebel liegt ein praktisch gleich heller Stern (SAO 79482), so daß man leicht den Eindruck vergleichen kann. Sowohl Stern als auch Eskimonebel haben eine Helligkeit von knapp 8 mag. Bei kleineren Refraktoren bis 3 Zoll Öffnung sollte man den Mut haben, bis an die sinnvolle Maximalvergrößerung zu gehen, um verschiedene Details zu sehen. Es zeigt sich dann ein heller, runder Nebel bei dem auch schon der Zentralstern mit 10 mag hervorsticht. Bei Öffnungen über 4 Zoll kann man, hohe Vergrößerungen vorausgesetzt, zwei Schalen unterscheiden. Die innere, hellere Schale hat einen Durchmesser von 13 Bogensekunden, die äußere Schale besitzt 46 Bogensekunden Durchmesser. Manche Beobachter beschreiben auch in kleineren Teleskopen eine bläuliche Färbung. Darauf sollte man sich allerdings nicht allzusehr verlassen, denn die Farbwahrnehmung und die Beschreibung der Wahrnehmung unterscheiden sich doch ganz erheblich von Beobachter zu Beobachter. Meinen eigenen Eindruck in einem 6 Zoll Refraktor würde ich als zart grün-bläulich umschreiben. Mit 8-10 Zoll Öffnung lassen sich dann verschiedene Helligkeitsunterschiede in der inneren Schale wahrnehmen. Zu einem richtigen Eskimogesicht wird der Planetarische Nebel allerdings erst ab Öffnungen über 10 Zoll bei gutem Seeing. Wegen der hohen Flächenhelligkeit von NGC 2392 ist übrigens kein Nebelfilter für die Beobachtung notwendig und selbst unter einem lichtverschutzten Himmel ist der Eskimonebel ein dankbares Objekt

Fotografie

Wegen des geringen Durchmessers macht die Fotografie des Planetarischen Nebels erst ab ca. 500mm Brennweite Sinn. Die Belichtungszeiten dürfen nicht zu lange sein, sonst bleibt auf dem Film nur ein weißer, ausgebrannter Fleck übrig (siehe obige Aufnahme von der Mount Palomar Schmidt-Kamera). Die Technik der CCD-Kameras ist hier eindeutig im Vorteil. Hinzu kommt die hohe Flächenhelligkeit, die auch Öffnungsverhälnisse jenseits von f/10 erlaubt. Mit modernen Bildverarbeitungsmethoden kann hier der Amateur an einem 8 Zoll Teleskop schon Strukturen auflösen, die mit konventioneller Filmtechnik auch der 5-Meter-Spiegel auf dem Mount Palomar vor rund 50 Jahren zeigte.

Als Bildbeispiele sehen wir oben eine Farbaufnahme mit dem Hubble Space Teleskop und darunter einen Abzug von der Mount Palomar Schmidt-Kamera. Auf der Schmidt-Platte sieht man vom Eskimonebel nur eine weißen Scheibe. Erst das Hubble-Bild vermittelt einem den Eindruck von der Komplexität und der Dynamik in einem solchen Planetarischen Nebel.

Karl Thurner


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