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California-Nebel NGC 1499

CalifornianebelAufnahme: 198 kB, Copyright (c) 1993, Association of Universities for Research in Astronomy, Inc

Aufsuchkarte NGC 1499Aufsuchkarte: 169 kB

Etwa ein Grad nördlich des hellen Stern Zeta Persei liegt der bekannte California-Nebel. Seine langestreckte, leicht bogenförmige Gestalt hat ihm auch seinen Namen eingebracht. Entdeckt wurde dieser Nebel erst 1884 von E.E. Barnard, gerade noch rechtzeitig, um ihn in Dreyer's NGC aufzunehmen. In der Größe steht er dem noch berühmteren Nordamerikanebel nicht nach. Die Entferung wird mit 1500 Lichtjahren angegeben. Von welchem Stern der Emissionsnebel angeregt wird, scheint noch nicht ganz klar zu sein. In Verdacht steht Xi Persei, ein heißer, blau-weißer Stern der Spektralklasse 07e. Die Masse des angeregten Gases beläuft sich auf rund 250 Sonnenmassen. Ein interessantes Detail am Rande: Unsere Milchstraße bewegt sich mit 454 km/s in Richtung des California-Nebels relativ zum Zentrum des Virgohaufens, um das unsere Lokale Gruppe zu rotieren scheint.

Visuelle Beobachtung

Das Entdeckungsjahr zeigt schon, daß dieser Emissionsnebel offensichtlich zu den härteren Brocken zählt. Fotografisch dagegen ist das Objekt jedoch sehr leicht wie wir später noch sehen werden. Die gesamte aufsummierte Helligkeit des Nebels wird mit 4 mag angegeben. Somit müßte er zumindest theoretisch mit bloßem Auge sichtbar sein. Diese Helligkeit wird jedoch verteilt über eine Fläche von 145x40 Bogenminuten. Die Flächenhelligkeit ist also extrem gering. Deshalb wundert es auch nicht, wenn im Atlas der schönsten Himmelsobjekte von Hans Vehrenberg sinngemäß steht, daß die hellsten Teile des Nebels nur in großen Teleskopen gesehen werden können. Das ist allerdings ein verzeihlicher Irrtum angesichts der Tatsache, daß damals Interferenzfilter für die visuelle Beobachtung noch ungebräuchlich waren. Es gibt inzwischen verläßliche Beobachtungsberichte, nach denen der California-Nebel mit Interferenzfiltern auch mit bloßem Auge zu sehen war, zuerst vom Deep-Sky-Papst Walter Scott Houston. Dieses Experiment braucht man allerdings nur unter perfekten Himmelsbedingungen selbst versuchen. Auch die Feldstecherbeobachtung ist bei weitem nicht so schwer, wie man zunächst vermuten mag, wenn man Nebelfilter und einen guten Alpenhimmel hat. In einem Fujinon 7x50 wird der Californianebel dann auch ohne Beobachtererfahrung einfach sichtbar. Wegen der Ausdehnung von fast 3 Grad sind alle Rich-Field-Teleskope (z.B. Astroscan, kurzbrennweitige Refraktoren) geeignet. Die Öffung ist viel weniger wichtig als ein wirklich dunkler Himmel, ein großes Gesichtsfeld und der richtige Interferenzfilter. Der beste Filter für den Californianebel ist der H-Beta-Filter. Allerdings dürfte dieser Filter in den wenigsten Okularkoffern zu finden sein. Auch noch gut geeignet ist der UHC, während der OIII überraschenderweise nicht funktioniert. Wer mit größeren Teleskopen dem Californianebel zu Leibe rücken möchte, sollte sich am Nord- oder Südrand orientieren. Dort befinden sich die hellsten Teile und mithin die größten Kontraste. Da der Nebel in seiner ganzen Ausdehnung nicht in das Gesichtsfeld hineinpaßt, sollte man zur besseren Wahrnehmung der Kanten das Teleskop großzügig hin- und herschwenken.

Fotografie

Ganz im Gegensatz zur visuellen Beobachtung ist die Fotografie geradezu einfach zu nennen. Selbst am lichtverschmutzen Stadtrand ist es mir gelungen, den Nebel auf herkömmlichem Dia-Material und einem 50mm Objektiv bei Blende 2.8 mit 10-minütiger Belichtungszeit auf den Film zu bannen. Das Problem bei der visuellen Beobachtung besteht darin, daß das nachtadaptierte Auge für die längeren Wellenlängen nicht empfindlich ist. Der Farbfilm jedoch besteht aus (mind.) drei Farbschichten, wovon eine rotempfindlich ist. Die kann das rote Licht über einen langen Zeitraum sammeln. Wenn es wiedermal um Rotaufnahmen geht, ist die Kombination aus Rotfilter und gehypertem TP 2415 von Kodak kaum zu schlagen. Mit diesen Hilfsmitteln muß man sich nicht einmal einen optimalen Standort suchen, sondern kann sogar in Stadtnähe noch erstaunliche Aufnahmen erhalten. Wegen der Größe des Californianebels kann auch die Brennweite der Optik sehr bescheiden ausfallen. Teleobjektive mit 300mm Brennweite zeigen schon vielfache Strukturen. Bei rund 600mm Brennweite ist das Objekt schon formatfüllend für Kleinbild.

Karl Thurner


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