Lagunennebel M 8
Aufnahme: 105 kB, Stefan Funk, Karl Thurner
Aufsuchkarte: 127 kB
In den hellsten Gebieten der südlichen
Milchstraße liegt eines der auffälligsten
Sternentstehungsgebiete, der Gasnebel M 8. Eine dunkle Teilung quer durch M
8 hat ihm auch den Namen Lagunennebel eingetragen. Er ist selbst von
unseren geographischen Breiten aus mit bloßem Auge zu sehen und
überdeckt am Himmel die doppelte scheinbare Fläche des Vollmonds
(60x35 Bogenminuten). Die immer noch stattfindende Sternentstehung in
diesem Nebel verrät sich durch sogenannten Globulen und
Elefantenrüssel. Das sind kalte Gas- und Staubwolken, die sich unter
ihrer eigenen Schwerkraft zusammenziehen. In den Nebel eingebettet liegt
noch der offene Sternhaufen NGC 6530, der rund 25 Sterne auf einer
Fläche von 10 Bogenminuten Durchmesser besitzt.
Visuelle Beobachtung
Von unseren geographischen Breiten aus geht leider viel
vom spektakulären Anblick des Lagunennebel durch die geringe
Horizonthöhe verloren. Aber selbst unter weniger guten Bedingungen
erkennt man in einem kleinen Feldstecher mehr, als Messier je gesehen hat.
Er beschrieb das Objekt nur als Sternhaufen ohne Nebel. Der gesamte
Nebelkomplex mit seinen weit verstreuten Ausläufern läßt
sich in einem Fernglas mit großem Gesichtsfeld und großer
Austrittspupille, z.B. einem 7x50, beobachten. Voraussetzung ist allerdings
ein Himmel mit guter Transparenz. Bei mittleren Vergrößerungen
zeigen sich schon eine überraschende Anzahl verschiedenster Details,
natürlich auch die dunkle Trennung (Lagune) des Nebels. Der hellste
Teil vom M 8, 3 Bogenminuten WSW von 9 Sagittarii (6 mag), hat die Form
einer "8" und wird auch Stundenglasnebel genannt (Durchmesser 30
Bogensekunden).
Fotografie
Der Lagunennebel ist selbst mit einfachsten Mitteln zu
fotografieren. Es reicht schon eine feststehende Kamera, ein Objektiv
kurzer Brennweite (z.B. 50mm, Blende 1.8) und ein empfindlicher Film (z.B.
1600 ASA). Dann muß man nur noch der Verschluß ca. 30 Sekunden
lang geöffnet lassen. In dieser Zeit bilden sich die Sterne zwar schon
als kurze Strichspuren ab, aber sowohl der Lagunennebel als auch die hellen
Teile der Milchstraße haben ihre Spuren auf dem Film hinterlassen.
Das ist selbst im Urlaub eine praktikable Methode, zumal man sich dort oft
in südlicheren Gefilden befindet und entsprechend bessere Bedingungen
vorfindet. Wie immer in der Astrofotografie kann man den Aufwand auch
beliebig hoch treiben. Mit Rot- oder H-alpha-Filtern und stundenlangen
Belichtungszeiten kann man versuchen, noch die schwächsten
Ausläufer des Nebels nachweisen.
Karl Thurner
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