Reflexionsnebel M 78
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Reflexionsnebel sind in der Regel wesentlich
schwächer, diffuser und mit weniger Details ausgestattet als
Emissionsnebel. Der hellste seiner Art, jedenfalls hinsichtlich der
Flächenhelligkeit, ist M 78 (NGC 2068). Im Jahre 1780 entdeckte Méchain den
Nebel und noch im gleichen Jahr wurde er auch von Messier beobachtet. In
1600 Lichtjahren Entfernung entspricht der scheinbare Durchmesser des
Nebels nur rund 4 Lichtjahren. Allerdings gehört der Nebel zu einem viel
größeren Teil einer Molekülwolke (LD 1630), die wiederum auch nur Teil des
gigantischen Orionkomplexes ist. Die beiden Sterne HD 38563A und HD 38563B,
beide mit rund 10 mag, liefern den Hauptanteil des gestreuten Lichtes.
Genauere Untersuchungen zeigten weitere 45 massearme Sterne, die in und um
M 78 verteilt sind.
Visuelle Beobachtung
Da Reflexionsnebel generell relativ wenig
Strukturen zeigen, ist es kein Wunder, daß auch M 78 hier keine Ausnahme
macht. Dennoch ist er der hellste seiner Art und schon aus diesem Grunde
sollte man nicht versäumen, bei einer Orion-Tour bei diesem Staub- und
Gasnebel vorbeizusehen. Für die Helligkeit gibt es nur wenige und
widersprüchliche Angaben. Der bekannte Deep-Sky-Beobachter James O'Meara
gibt eine Helligkeit von rund 8 mag an. Der sichtbare Teil des
Reflexionsnebels umfaßt etwa 5 x 4 Bogenminuten. In kleinen Teleskopen oder
Feldstechern ist M 78 nahezu strukturlos. Bei 7-facher Vergrößerung bleibt
M 78 punktförmig. Ab 10-facher Vergrößerung hat man fast den Eindruck,
einen kleinen Kometen vor sich zu haben. In kleinen Refraktoren lassen sich
die beiden Hauptsterne HD 38563A und B schon problemlos erkennen. Der Nebel
selbst jedoch offenbart hier noch keine Details. Die Nordwestgrenze sieht
scharf begrenzt aus, nach Südosten ist der Übergang diffus. Auffällig ist
der Mangel an Sternen in der unmittelbaren Umgebung um M 78. Das vermittelt
einem eine Vorstellung davon, wie groß eigentlich die umgebenden,
absorbierenden Gas- und Staubmassen sind. Ab 8 Zoll Öffnung lohnt es sich,
nach einem dritten Stern in M 78 Ausschau zu halten. Dieser Stern steht
zumindest im Verdacht, variabel zu sein. Seine Helligkeitsangaben schwanken
um 13 mag. Bei noch größeren Teleskopen ab ca. 12 Zoll sollte man sich die
unmittelbare Umgebung der beiden Hauptsterne ansehen. Hier zeigen sich dann
erste zarte Strukturen in den Gasmassen. Erwähnt werden muß noch, daß ein
Nebel- oder Interferenzfilter bei der Beobachtung von M 78 nichts bringt.
Da Reflexionsnebel nur das Licht der innenliegenden Sterne streuen, ist ein
solcher Nebel bei allen Wellellängen sichtbar. In der näheren Umgebung gibt
es noch drei weitere, allerdings viel schwächere Nebel: NGC 2071, 2067 und
2064. Der hellste davon ist noch NGC 2071, der einen Doppelstern mit 10 mag
umgibt.
Fotografie
Auf Farbaufnahmen mit kurzen Brennweiten (bis
100mm) geht M 78 wegen der geringen Größe oft unter. Meist wird er für
einen blauen Stern gehalten, weil das Zentrum weiß ausgebrannt ist und nur
die Nebelränder bläulich leuchten. Bei mittleren Brennweiten (bis 500mm)
offenbart sich dann M 78 als deutlicher Fleck, allerdings ohne Strukturen.
Hier sollte man übrigens auch nicht zu lange belichten, sonst geht auch
hier die leicht bläuliche Farbe des Reflexionsnebels unter. Erst ab ca.
1.000 Brennweite kann man hoffen, die Nebelmassen in zarte Strukturen
auflösen zu können. Ein reizvoller Kontrast ergibt sich aus der
Nachbarschaft mit den Gürtelsternen des Orion und den anschließenden Flame-
und Pferdekopfnebel.
Karl Thurner
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