Kleiner Hantelnebel M 76
 |
Aufnahme: 117 kB, Copyright (c) 1993, Association of Universities for Research in Astronomy, Inc |
 |
Aufsuchkarte: 787kB! |
Der Planetarische Nebel M 76 ist unter einer
ganzen Reihe verschiedener Namen bekannt. Wegen seiner Ähnlichkeit mit dem
großen Bruder M 27 wird er gerne kleiner Hantelnebel genannt, aber auch
Korkennebel oder Schmetterlingsnebel. William Herschel hat M 76 wegen
seiner Doppelstruktur auch zwei NGC-Nummern gegeben, nämlich 650
(südlicher) und 651 (nörlicher). Pierre Méchain entdeckte M 76 im Jahre
1780. Nur wenige Tage später konnte auch Messier den planetarischen Nebel
an der Leistungsgrenze seines Telekops beobachten. Angeregt wird der
Nebelkomplex von einem 16.6 mag. schwachen aber 60.000 Kelvin heißen
Zentralstern, einem sogenannten weißen Zwerg. Über die Entfernung sind sich
die Forscher nicht einig, die Angaben verschiedener Literaturquellen
schwanken beträchtlich. Ein neuerer Wert spricht von 3.400
Lichtjahren.
Visuelle Beobachtung
Sicherlich zählt M 76 nicht zu den einfachsten
Kandidaten unter Messiers Liste. Dennoch sollte man M 76 in Herbstmonaten
nicht auslassen, insbesondere dann nicht, wenn man Besitzer eines
Nebelfilters ist. M 76 besteht aus einem inneren, helleren Teil mit
zylinderförmigen Aussehen und einer Ausdehnung von 42x87 Bokensekunden.
Dieser Teil ist verantwortlich für die englische Bezeichnung "cork". Von
den Enden des Stöpsels gehen Bögen ab, die eine Ausdehung von 87x157
Bogensekunden erreichen, aber visuell deutlich schwieriger zu sehen sind.
Der ganze Komplex ist dann noch von einem 290 Bogensekunden großen Halo
umgeben, das sich aber fast nur fotografisch nachweisen läßt. Die visuelle
Helligkeit wird mit rund 10 mag. angegeben. Mit einem Fernglas ist M 76 ein
wirklich schwieriger Kandidat. Das liegt nicht allein an der Helligkeit,
sondern auch an der geringen Ausdehnung. Ab 10-facher Vergrößerung kann man
auf die Suche gehen. Besser sind jedoch höhere Vergrößerungen, die jedoch
nur stativgebunden funktionieren. Mit einem Fujinon 16x70 läßt sich z.B.
folgendes Experiment machen, um den Nebel deutlicher von den
Umgebungssternen abzuheben. Auf eine Seite vom Fernglas montiert man den
Nebelfilter, die andere Seite läßt man frei. Durch wechselseitiges
Hindurchblicken wie bei einem Blinkkomparator "springt" M 76 praktisch ins
Auge. Kleinere Refraktoren zeigen immerhin schon die Zweiteilung von M 76.
Mit 6 Zoll Öffnung offenbart der innere Teil, der Stöpsel, weitere zarte
Stukturen. Wenn man zusätzlich nun einen Nebelfilter verwendet, kann man
auch eine Andeutung der Schwingen erahnen. Mit größeren Teleskopen sieht
man in den beiden Knoten noch weitere zarte Strukturen und die Flügel
biegen sich zurück zum Hauptkörper. Von dem großen Halo ist auch in großen
Teleskopen praktisch nichts zu sehen.
Fotografie
Die Fotografie gestaltet sich wegen der geringen
Ausdehnung von M 76 schwierig. Bei Brennweiten unter 500mm bleibt M 76
praktisch ein kleiner (roter) Punkt auf dem (Farb-)Film. Ab 500mm kann man
die beiden Knoten von M 76 trennen und auch die Bögen sehen. Vorteilhaft
ist bei so kleinen Objekten wieder der Einsatz von CCD-Kameras.
Karl Thurner
© Copyright 1994-2002 Martin Birkmaier / Intercon GmbH / D-86154 Augsburg