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Kugelsternhaufen M 55

M 55 (NFC 6809) Aufnahme: 98 kB, Copyright (c) 1993, Association of Universities for Research in Astronomy, Inc
Aufsuchkarte: M 55 Aufsuchkarte: 287kB

Jeder Kugelsternhaufen hat seine Besonderheit, so auch M 55. Dieser Kugelsternhaufen ist einer der am lockersten gruppierten seiner Art. Der berühmte Astronom H. Shapley wollte 1930 M 55 nicht mal in seinem Katalog von Kugelsternhaufen aufnehmen. Die geringe Entfernung von nur 18.000 Lichtjahren trägt dazu bei, die Ansammlung von Sternen relativ lose erscheinen zu lassen. Die Entdeckung des Kugelsternhaufens kann Lacaille für sich verbuchen, er sah das Objekt 1751/52 bei seiner Reise rund um das Kap der guten Hoffnung. Über 25 Jahre später war es dann auch für Messier so weit. Er beobachtete M 55 im Jahre 1778 und beschrieb ihn als Nebel mit weißen Fleck.

Visuelle Beobachtung

Für mitteleuropäische Verhältnisse zählt M 55 zu den schwierigeren Kandidaten unter Messiers Liste. Die geringe Horizonthöhe und die für einen Kugelsternhaufen relativ geringe Flächenhelligkeit erschweren die Beobachtung. Die visuelle Helligkeit wird zwar mit 6.3 mag angegeben, aber dieser Lichtstrom verteilt sich auf einen Kreis mit 2/3 Vollmonddurchmesser. Unter einem klaren Südhimmel dagegen ist M 55 sogar schon mit bloßem Auge gesehen worden. Wegen der großen Ausdehnung von M 55 sollte man von unseren geografischen Breiten aus trotz des Horizontdunstes zunächst eine Optik mit möglichst kleiner Vergrößerung und großem Gesichtsfeld versuchen. In erster Linie kommt natürlich ein Feldstecher in Frage, denn die binokulare Wahrnehmung hilft bei solchen Objekten ungemein. Selbst in kleineren Refraktoren bis 4 Zoll Öffnung wäre dieser Kugelsternhaufen am Rande relativ gut auflösbar, diese Sterne ertrinken aber ev. im Horizontdunst. Meist wird man mit solchen Öffnungen froh sein, das Objekt überhaupt sehen zu können. Gerade mit kleineren Teleskopen sollte man sich nicht scheuen, die Vergrößerung bis zum sinnvollen Maximum zu treiben. Das Bild wird zwar deutlich dunkler, aber die Chancen steigen, einige Sterne von M 55 aus dem Dunst herausfunkeln zu sehen. In kleineren Teleskopen hat M 55 fast noch den Charakter einer dichten Sternansammlung. Erst in größeren Teleskopen ab 10", wenn die Zahl der sichtbaren Sterne deutlich ansteigt, hat man wirklich den Eindruck eines famosen Kugelsternhaufens. Gerade die vergleichsweise lockere Struktur macht M 55 aber so interessant in der Klasse der Kugelsternhaufen. Es gibt eine Fülle von Sternketten und dunkleren Bereichen in M 55 zu beobachten.

Fotografie

Für mitteleuropäische Breiten ist M 55 kein Objekt, das man auf seine Liste setzen müßte. Bei Urlaubsreisen in südlichere Gefilde sollte man sich aber wieder an M 55 erinnern. Selbst auf Fotos mit relativ kurzen Brennweiten bis 135mm zeigt sich schon die Natur des Kugelsternhaufens und mit moderaten 500mm Brennweite ist M 55 schon ein prachtvolles Objekt.

Karl Thurner


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