Kugelsternhaufen M5
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Der Kugelsternhaufen M 5 zählt zu den drei
hellsten Kugelsternhaufen, die am Nordhimmel beobachtet werden können.
Seine Entdeckung ist dem deutschen Astronomen Gottfried Kirch im Jahre 1702
zuzuschreiben. Messier beobachtete ihn im Mai 1764 zum erstenmal. Beide
jedoch konnten nur einen Nebelfleck sehen. Eine Auflösung in
Einzelsterne gelang William Herschel. M 5 ist fast ein Zwilligsbruder des
bekannten Kugelsternhaufens M 13. Er ist mit knapp 30.000 Lichtjahren etwas
weiter entfernt als M 13, mit einer Helligkeit von 7 mag nur etwas
schwächer und besitzt ebenso rund eine halbe Million
Einzelsterne.
Visuelle Beobachtung
Zwar ist M 5 nicht so bekannt wie M 13, aber fast
genauso beeindruckend. Die Helligkeit von 7 mag läßt unter sehr
guten Himmelsbedingungen sogar eine Beobachtung mit bloßen Auge zu.
Der scheinbare Durchmesser wird mit 20 Bogenminuten angegeben. Diesen
Durchmesser sieht man allerdings in der Beobachtungspraxis kaum. Die
durchschnittliche Helligkeit der 25 hellsten Sterne beträgt 14 mag.
Aus dieser Angabe läßt sich ersehen, daß selbst mit
Teleskopen geringer Öffnung schon die hellsten Einzelsterne beobachtet
werden können. In Ferngläsern sieht man M 5 als diffusen kleinen
runden Fleck. Ab 4 Zoll Öffnung überschreitet man schon die
Grenze, ab der der Kugelsternhaufen am Rand aufgelöst erscheint. Der
Kugelsternhaufen erscheint 5 Bogenminuten groß. In einem
6-Zöller sieht man schon einen 10 Bogenminuten großen
Haufen mit gut aufgelöstem Halo. Mit 8 Zoll Öffnung und
200-facher Vergrößerung bekommt man einen nahezu
dreidimensionalen Eindruck von dem Kugelsternhaufen. In noch
größeren Teleskopen zeigt der Kugelsternhaufen eine etwas
irregulärere Form und es können einige Sternketten wahrgenommen
werden, die dem Kern von M 5 ein leicht dreieckiges Aussehen
verleihen.
Fotografie
Die Helligkeit und der Durchmesser machen M 5 auch dem
Amateur mit einfacher Ausstattung zugänglich. Sogar auf die
Nachführung kann verzichtet werden, wenn man sich nur zum Ziel setzt,
das Objekt auf dem Film zu entdecken. Mit Nachführung und 300 mm
Brennweite wird M 5 zum ausgedehnten, am Rand körnigen Fleck. Aber
selbst mit 1000 mm Brennweite ist das kompakte Zentrum noch nicht ganz
aufzulösen, das erfordert Brennweiten von rund 2 Meter. Zum Einsatz
können problemlos Schwarz-Weiß-Filme kommen, da ein
Kugelsternhaufen keine interessanten Farbinformationen besitzt.
Karl Thurner
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