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Kugelsternhaufen M5

M 5Aufnahme: 283 kB, Copyright (c) 1993, Association of Universities for Research in Astronomy, Inc

Aufsuchkarte M 5Aufsuchkarte: 159 kB

Der Kugelsternhaufen M 5 zählt zu den drei hellsten Kugelsternhaufen, die am Nordhimmel beobachtet werden können. Seine Entdeckung ist dem deutschen Astronomen Gottfried Kirch im Jahre 1702 zuzuschreiben. Messier beobachtete ihn im Mai 1764 zum erstenmal. Beide jedoch konnten nur einen Nebelfleck sehen. Eine Auflösung in Einzelsterne gelang William Herschel. M 5 ist fast ein Zwilligsbruder des bekannten Kugelsternhaufens M 13. Er ist mit knapp 30.000 Lichtjahren etwas weiter entfernt als M 13, mit einer Helligkeit von 7 mag nur etwas schwächer und besitzt ebenso rund eine halbe Million Einzelsterne.

Visuelle Beobachtung

Zwar ist M 5 nicht so bekannt wie M 13, aber fast genauso beeindruckend. Die Helligkeit von 7 mag läßt unter sehr guten Himmelsbedingungen sogar eine Beobachtung mit bloßen Auge zu. Der scheinbare Durchmesser wird mit 20 Bogenminuten angegeben. Diesen Durchmesser sieht man allerdings in der Beobachtungspraxis kaum. Die durchschnittliche Helligkeit der 25 hellsten Sterne beträgt 14 mag. Aus dieser Angabe läßt sich ersehen, daß selbst mit Teleskopen geringer Öffnung schon die hellsten Einzelsterne beobachtet werden können. In Ferngläsern sieht man M 5 als diffusen kleinen runden Fleck. Ab 4 Zoll Öffnung überschreitet man schon die Grenze, ab der der Kugelsternhaufen am Rand aufgelöst erscheint. Der Kugelsternhaufen erscheint 5 Bogenminuten groß. In einem 6-Zöller sieht man schon einen 10 Bogenminuten  großen Haufen mit gut aufgelöstem Halo. Mit 8 Zoll Öffnung und 200-facher Vergrößerung bekommt man einen nahezu dreidimensionalen Eindruck von dem Kugelsternhaufen. In noch größeren Teleskopen zeigt der Kugelsternhaufen eine etwas irregulärere Form und es können einige Sternketten wahrgenommen werden, die dem Kern von M 5 ein leicht dreieckiges Aussehen verleihen.

Fotografie

Die Helligkeit und der Durchmesser machen M 5 auch dem Amateur mit einfacher Ausstattung zugänglich. Sogar auf die Nachführung kann verzichtet werden, wenn man sich nur zum Ziel setzt, das Objekt auf dem Film zu entdecken. Mit Nachführung und 300 mm Brennweite wird M 5 zum ausgedehnten, am Rand körnigen Fleck. Aber selbst mit 1000 mm Brennweite ist das kompakte Zentrum noch nicht ganz aufzulösen, das erfordert Brennweiten von rund 2 Meter. Zum Einsatz können problemlos Schwarz-Weiß-Filme kommen, da ein Kugelsternhaufen keine interessanten Farbinformationen besitzt.

Karl Thurner


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