Orionnebel M42/M43
Aufnahme: 105kB, Stefan Funk, Karl Thurner
Aufsuchkarte: 134 kB
Viele Menschen haben schon den Orionnebel gesehen,
ohne sich der Tatsache überhaupt bewußt zu sein. Denn der
mittlere Stern des Schwertgehänges ist eigentlich der Orionnebel. Die
erste Erwähnung als Nebel stammt aus dem Jahre 1610 von Nicolas
Peiresc und Huygens hat 1656 zum erstenmal auch das Trapez beschrieben.
Messier nahm M 42 1769 in seinen Katalog auf. Moderne Beobachtungsmethoden
haben gezeigt, daß der Orionnebel ein Ort heftiger Sternenstehung
ist. Viele dieser neuentstandenen Sterne sind von Staubscheiben umgeben,
eine Entdeckung die erst durch das Hubble Space Teleskop ermöglicht
wurde. Das läßt uns hoffen, daß Planetenentstehung wie in
unserem Sonnensystem im Universum nichts ungewöhnliches
darstellt
Visuelle Beobachtung
Der Orionnebel ist das richtige Objekt, um in
Superlativen zu schwelgen. Kein anderes von der Nordhalbkugel beobachtbare
Objekt kommt an die Helligkeit und den Detailreichtum an M 42 heran. In
einer klaren Nacht kann man schon mit bloßen Auge einen diffusen
Fleck im Schwertgehänge sehen. Es versteht sich von selbst, daß
jede noch so kleine Optik bedeutend mehr zeigt. In Binokularen mit
großem Gesichtsfeld kann man die Nebelstrukturen über ein
Quadratgrad beobachten. Der Orionnebel dürfte wohl das einzige Objekt
am Himmel sein, bei dem differenzierte Farbwahrnehmung möglich ist.
Planetarische Nebel leuchten meist nur grün oder blau. Im Orionnebel
hingegen läßt sich praktisch das gesamte Farbspektrum
beobachten, entsprechend große Öffnung vorausgesetzt.
Unvergesslich wird mir immer ein Farbeindruck bleiben, den ich in einem
42-Zöller bekam: Braun. In diesem Zusammenhang muß allerdings
auch erwähnt werden, daß die Farbwahrnehmung von Beobachter zu
Beobachter erstaunlich differiert, viel mehr als dies bei der reinen
Nachtadaption der Fall ist. Was der eine als zartrosa empfindet, mag der
andere als knallrot wiedergeben.
Fotografie
Auch hier ist nur einfachste Ausrüstung
nötig. Eine feststehende Kamera genügt. Am Himmelsäquator
kann man mit 50 mm Brennweite rund 7 Sekunden belichten, bevor die Sterne
Strichspuren werden. Wegen seiner Buntheit ist der Orionnebel geradezu
prädestiniert für den Einsatz von Farbfilmen. Anspruchsvoll ist M
42 nur in einer Hinsicht: die hohe Dynamik. Wenn man die schwachen
Ausläufer fotografieren möchte, dann ist das Zentrum ausgebrannt.
Für diesen Fall eignen sich Farbnegativfilme viel besser als Diafilme,
da sie einen größeren Tonwertumfang haben. Leider neigen viele
Amateure dazu, bei ihren Experimenten im Fotolabor die dominanten Blau- und
Rottöne zu verstärken, so daß die wahre Farbenvielfalt
dieses Nebels untergeht.
Karl Thurner
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