Kugelsternhaufen M4
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Aufnahme: 76 kB, Copyright (c) 1993, Association of Universities for Research in Astronomy, Inc |
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Aufsuchkarte: 148kB |
Nicht weit vom Hauptstern des Skorpion (Antares)
und noch in den Ausläufern der großen Dunkelnebel in dieser Region, findet
man einen der hellsten Kugelsternhaufen am Himmel: M 4 (NGC 6121). Entdeckt
wurde er 1745/46 von de Chéseaux. Rund 20 Jahre später konnte auch Messier
den Kugelsternhaufen erstmals beobachten und es blieb zeitlebens der
einzige Kugelsternhaufen, bei dem es ihm mit seinen bescheidenen Mitteln
gelang, Einzelsterne in einem solchen Objekt zu erkennen. M 4 ist mit rund
7.000 Lichtjahren Entfernung wahrscheinlich sogar der nächste
Kugelsternhaufen überhaupt. Eine weitere Besonderheit ist, daß 1987 in M4
der erste Millisekundenpulsar entdeckt wurde, ein Neutronenstern der rund
300 mal pro Sekunde um seine eigene Achse rotiert.
Visuelle Beobachtung
Von unseren geografischen Breiten aus wird M 4 gerne
übersehen, obwohl er sehr leicht mit Hilfe des Antares zu finden ist. Der
Grund liegt in der geringen Horizonthöhe. Auf der Südhalbkugel ist M 4 ein
Objekt für das bloße Auge. Hierzulande muß man zumindest ein kleines
Fernglas zur Hilfe nehmen. Die visuelle Helligkeit wird mit 5.4 mag
angegeben und der scheinbare Durchmesser mit 26 Bogenminuten, immerhin fast
soviel wie der Vollmond. Im Horizontdunst bleibt von diesen beeindruckenden
Daten allerdings nicht allzuviel übrig. Dennoch lohnt sich selbst mit
kleinsten Teleskopen eine Beobachtung. Wie das Beispiel von Messier zeigt,
ist es der am leichtesten aufzulösende Kugelsternhaufen, den man von der
Nordhalbkugel aus beobachten kann. Ein Vierzöller ist dieser Aufgabe
durchaus gewachsen. Er hat daneben eine sehr geringe Konzentration und
unterscheidet sich darin von Kugelsternhaufen wie M 13. Schließlich zeigt M
4 noch eine andere Besonderheit. Durch den Kern zieht sich ein 2.5
Bogenminuten langer Balken in Nord-Südrichtung aus rund 11 mag hellen
Sternen. Daran läßt sich M 4 sehr leicht von anderen Kugelsternhaufen
unterscheiden. In größeren Teleskopen macht sich bemerkbar, daß immer
schwächere Sterne gesehen werden können und M 4 bekommt einen deutlichen
Hintergrund (Halo). In einem 10 Zöller steigt der wahrnehmbare Durchmesser
auf rund 12 Bogenminuten.
Fotografie
Auch die Fotografie von M 4 wird durch die geringe
Horizonthöhe erschwert. Interessant sind Übersichtsaufnahmen von der
gesamten Region um den Antares. Gasnebel und Dunkelwolken wechseln sich
hier ab. Solche Aufnahmen macht man besten im Urlaub von südlicheren
Gefilden aus. Ab rund 200mm Brennweite ist M 4 schon deutlich als
Kugelsternhaufen zu erkennen. Mit längeren Brennweiten und vergleichsweise
kurzen Belichtungszeiten kann man auch den zentralen Balken herausarbeiten.
Karl Thurner
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