Offener Sternhaufen M 35 und NGC 2158
(Anmerkung siehe unten))
Aufnahme: 84 kB, Copyright (c) 1993, Association of Universities for Research in Astronomy, Inc
Aufsuchkarte M35: 82 kB
Aufsuchkarte M35 und NGC 2158 Detail: 36 kB´
Die winterliche Milchstraße bietet eine
Vielzahl von interessanten Beobachtungsobjekten. Darunter ist M 35 einer
der am leichtesten zu beobachtenden Sternhaufen. Die Erstbeobachtung wird
wohl im Dunkel der Zeit verborgen bleiben. Im Jahre 1745 erwähnt der
Schweizer Astronom de Cheseaux einen Sternhaufen am Fuß des
Sternbildes Zwilling und hat damit wohl M 35 gemeint. Sicher gesehen hat
ihn jedoch 1764 Messier. Da dieser Sternhaufen auch mit bloßem Auge
sichtbar ist, haben ihn vielleicht Beobachter sogar noch vor de Cheseaux
gesehen, obwohl es darüber keine Anhaltspunkte gibt. Ein knappes
halbes Grad südwestlich von M 35 liegt ein weiterer, viel
schwächerer Sternhaufen mit der Bezeichnung NGC 2158. Beide
Sternhaufen bilden aber keinen Doppelsternhaufen wie h und Chi im Perseus,
sondern liegen nur zufällig so dicht am Himmel beieinander. NGC 2158
ist sechsmal weiter als M 35 entfernt, nämlich 13.000 Lichtjahre und
ist damit einer der entferntesten galaktischen Sternhaufen.
Visuelle Beobachtung
Die Helligkeit von M 35 wird mit 5.1 mag angegeben.
Diese Helligkeit verteilt sich jedoch auf eine Fläche die dem Vollmond
entspricht. Dadurch ist M 35 ein echter Prüfstein für Augen und
Himmelsbedingungen. Allein den Tabellenwerten nach, könnte das
jugendliche Auge unter einem Gebirgshimmel sogar einzelne Sterne aus dem
Sternhaufen sehen. Den Versuch halte ich aber eher für zwecklos, weil
die umliegenden Sterne stören. Was das bloße Auge gerade nicht
mehr kann, ist für einen Feldstecher jedoch kein Problem. Bei
16-facher Vergrößerung lassen sich 20 Einzelsterne
unterscheiden. In einem kleinen 2-Zoll-Refraktor sind es schon 50 Sterne
und in einem 6-Zöller 100. Dabei ist es nicht einfach zu entscheiden,
welche Sterne zum Sternhaufen und welche Sterne zum
Milchstraßenhintergrund zu rechnen sind. M 35 zeigt keine scharfe
Begrenzung, sondern geht fließend in den Hintergrund über. Auch
hat er keine nennenswerte zentrale Konzentration. Vereinzelte Randsterne
findet man noch in 1.5 Grad Abstand. In größeren Teleskopen mit
kleinerem Gesichtsfeld verliert man bisweilen sogar den Charakter eines
Sternhaufens und man glaubt in einem dichteren Teil der Milchstraße
zu stecken.
Der Sternhaufen NGC 2158 ist das genaue Gegenteil von M 35, obwohl er in
seiner physikalischen Struktur ganz ähnlich ist. Jedoch ist er
sechsmal weiter entfernt. Dadurch wirkt er stark konzentriert, beinahe wie
ein Kugelsternhaufen. Die scheinbare Helligkeit liegt bei 8.6 mag. Dennoch
wird NGC 2158 erst in einem mittelgroßen Feldstecher (z.B. 10x50) als
kleiner, zarter Fleck gesehen. Einzelsterne in diesem kompakten Haufen
werden erstab 8 Zoll Öffnung sichtbar.
Fotografie
So einfach wie die Beobachtung ist auch die Fotografie
von M 35. Da es im weiteren Umfeld von M 35 auch viele andere interessante
Objekte gibt, lohnt sich auch eine Weitwinkelaufnahme der ganzen Region.
Die Wintermilchstraße ist zwar nicht so kontrastreich wie das
sommerliche Gegenstück, dennoch wird man zahlreiche andere Sternhaufen
und Gasnebel finden. Selbst auf solchen Übersichtsaufnahmen ist M 35
schon als offener Sternhaufen leicht erkennbar. Schwieriger gestaltet sich
das Unterfangen bei NGC 2158. Erst bei 500mm Brennweite zeigt auch dieser
offene Sternhaufen ansatzweise seine Einzelsterne.
Karl Thurner
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