Intercon Spacetec

Kugelsternhaufen M 30

XXXXXX Aufnahme: 117 kB, Copyright (c) 1993, Association of Universities for Research in Astronomy, Inc
Aufsuchkarte: M 30 Aufsuchkarte: 139kB

Im südöstlichen Bereich der sommerlichen Milchstraße tummelt sich der Deep Sky Beobachter eher selten. So ist M 30 den meisten nur vom Messier-Marathon bekannt als eines dieser letzten verflixten Objekte, die in der morgentlichen Dämmerung verschwinden. Auch Messier hatte Mühe mit seinem 3.5 Fuß langen Refraktor. Er beschrieb M 30 als schwierig, rund und ohne Sterne. Die Entdeckung gelang ihm im August 1764. Heutige Messungen zeigen, daß M 30 rund 26.000 Lichtjahre entfernt ist, eine lineare Ausdehnung von 75 Lichtjahren hat und sich mit 164 km/s nähert. Der Kern von M30 ist extrem dicht gepackt. Insgesamt kennt man nur 12 variable Sterne in diesem Kugelsternhaufen.

Visuelle Beobachtung

Von unseren geographischen Breiten aus liegt M 30 nur eine Handspanne (bei ausgestreckter Hand) über dem Horizont. Das macht den Kugelsternhaufen für die meisten Beobachter zu einem unattraktiven Objekt. Wenn man aber seinen Urlaub in südlicheren Gefilden verbringt, sollte man sich aber an M 30 erinnern. Der 7.3 mag helle Kugelsternhaufen bietet unter solchen Bedingungen selbst in einem kleinen Feldstecher einen imposanten Anblick. Unter hiesigen Bedingungen wird man froh sein, in einem 10x50 ein kleines blasses Scheibchen zu sehen. Der Kugelsternhaufen ist 12 Bogenminuten groß, wobei der größte Teil des Halos im Horizontdunst verschwindet. Die hellsten Sterne haben 12 mag und könnten auch in Teleskopen mit 4" Öffnung beobachten werden. Im Horizontdunst jedoch sollte man M 30 besser mit einem 6-Zöller zu Leibe rücken, um die Einzelsterne aus dem Haufen zu herauszulösen. Der Kern erscheint nur mäßig heller. Erst wenn die Teleskopöffnung ausreicht, den Kugelsternhaufen bis ins Zentrum hinein aufzulösen, erkennt man die hohe Dynamik im Verlauf der Sterndichte. Dazu braucht man allerdings mindestens 12 Zoll Öffnung und eine gute Durchsicht.

Fotografie

Auch unter weniger optimalen Himmelsbedingungen, lohnt sich die Fotografie bei M 30. Kugelsternhaufen zeigen in der Regel einen sehr hohen Helligkeitsumfang vom Kern bis ins Halo hinein. Der Kern ist dann meist hell genug, selbst für einen Vorstadthimmel. Unter solchen Bedingungen sollte man die Brennweite möglichst groß wählen. Ansonsten ist M 30 leicht auch mit einfacher Fotoausrüstung abzulichten. Farbaufnahmen lohnen sich bei Kugelsternhaufen nur in Ausnahmefällen.

Karl Thurner


Seitenanfang ICS Startseite Schicken Sie uns eine e-mail
© Copyright 1994-2003 Martin Birkmaier / Intercon GmbH / D-86154 Augsburg