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Trifidnebel M20

M 20Aufnahme: 131 kB, Stefan Funk, Karl Thurner

Aufsuchkarte M 20Aufsuchkarte: 155 kB

In unmittelbarer Nachbarschaft vom Lagunennebel M8 und mitten in den dichtesten Teilen der Milchstraße gelegen, ist der Triftnebel M20 ein Muß für jeden Amateurastronomen. Seinen Namen verdankt der Nebel dunklen Gas- und Staubwolken, die sich schlauchförmig quer über den Nebel ziehen und ihn in drei Segmente unterteilen. Diese Dreiteilung wurde erstmals von W. Herschel entdeckt. M 20 stellt in einer Hinsicht eine Besonderheit dar. Bei keinem anderen Nebel sind Emissions- (im Bild rote Farbe) und Refelxionsnebel (blaue Farbe) so klar getrennt wie bei ihm und können unabhängig voneinander beobachtet werden. Die Energie für dieses kosmische Farbenspiel liefert ein Stern 7. Größe mit der Spektralklasse O7 im Zentrum des Nebels. Die erste Sichtung gelang wahrscheinlich LeGentil im Jahre 1747. Wiederendeckt hat ihn dann Messier am 5. Juni 1764. Allerdings sah er nur einen Sternhaufen ohne den zugehörigen Nebelanteil.

Visuelle Beobachtung

Der Nebel hat eine scheinbare Helligkeit von rund 7 mag. Damit liegt er eigentlich im Bereich jedes noch so kleinen Feldstechers. In unseren geographischen Breiten jedoch steigt M 20 nicht sehr hoch über den Horizont. Das Licht des Nebels muß sich durch den Horizontdunst kämpfen und oft ist man froh, überhaupt einen Teil des Nebels gesehen zu haben. Ähnlich muß es wohl auch Messier gegangen sein. In einer klaren Gebirgsatmosphäre oder gar auf der Südhalbkugel bietet M 20 jedoch einen unvergesslichen Eindruck. Dort ist auch die gesamte Größe von einem halben Quadratgrad (=Vollmond!) zu beobachten. Schon mit 10-facher Vergrößerung kann man die elliptische Form der Hauptmasse erkennen. Einige Beobachter berichten, daß sie die Dreiteilung schon mit 4 Zoll Öffnung gesehen haben. Etwas realistischer für europäische Verhältnisse sind 8 Zoll. Die Lichtverteilung des Nebels ist nahezu symmetrisch und nimmt vom Zentrum zum Rand hin sehr schnell ab.  Der nördliche Reflexionsteil ist deutlich schwieriger und kann ab 4 Zoll Öffnung gesehen werden. Beide Nebelteile sind von einem schwachen Halo umgeben, das ein Gesamtausdehnung von 30 Bogenminuten hat, aber nur unter einem wirklich klaren Himmel gesehen werden kann. Ab 14 Zoll Öffnung gewinnt der Nebel erst richtig an Struktur und die bekannte Dreiteilung wird zur Vierteilung.

Fotografie

M 20 ist höchst interessant für den Fotografen. Bei kaum einem anderen Objekt liegen so starke Farbkontraste so nahe beieinander. Aber auch hier verliert der Nebelkomplex viel von seiner Brillianz durch schlechte Horizontsicht. Da der Helligkeitsabfall von der Nebelmitte zum Rand hin beträchtlich ist, sollte man eher zu Farbnegativfilmen greifen. Diese Filme können den großen Kontrast besser verarbeiten als Diafilme. Kombiniert man einen Rotfilter mit einem gehyperten TP 2415, dann läßt sich selbst unter einem aufgehellten Stadthimmel das große, diffuse Halo um M 20 nachweisen.

Karl Thurner


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