Omeganebel M 17
Aufnahme: 72kB, Stefan Funk, Karl Thurner
Aufsuchkarte: 97 kB
An der Grenze zwischen den Sternbilder Schütze und
Schild und mitten in der Sommermilchstraße liegt der helle Omeganebel (NGC
6618), im Englischen oft auch Horseshoe oder Swan Nebula genannt. Dieser
galaktische Nebel ist neben dem Orionnebel der hellste, den man von
mittleren geographischen Breiten aus sehr gut beobachten kann. Für die
Leuchtkraft des Nebels ist ein eingebetteter Sternhaufen verantwortlich,
der sich aber nur im Infrarotlicht beobachten läßt. Die Gesamtmasse des
Nebels wurde auf 800 Sonnenmassen abgeschätzt. Das ist ein beträchtliches
mehr als beim Orionnebel, jedoch ist M 17 rund viermal weiter entfernt als
sein bekannteres Gegenstück. De Cheseaux fand ihn im Jahre 1764 und Messier
unabhängig davon noch im gleichen Jahr.
Visuelle Beobachtung
Viele der Gasnebel der südlichen Milchstraße sind nicht
immer einfach zu beobachten, weil sie im Horizontdunst ertrinken. M 17
jedoch erreicht eine Flächenhelligkeit, die ihn selbst unter
lichtverschmutzten Umgebungsbedingungen zu einem lohnenswerten Ziel macht.
Natürlich verlieren sich die schwachen Filamente der Randgebiete im
Streulicht, aber auch der zentrale, hellere Teil des Nebels zeigt eine
Vielzahl an beobachtbaren Strukturen. Unter einem dunklen Himmel läßt sich
der Omeganebel sogar mit dem bloßen Auge als kurzer 6 mag heller Balken
erkennen. Selbst mit moderater Vergrößerung in einem Fernglas läßt sich
schon erahnen, warum M 17 auch den Namen Schwanennebel hat. Am
südwestlichen Ende des Balkens erkennt man einen kleinen, nach Osten
gekrümmten Bogen, der einem den Eindruck vermittelt, einen über die dunkle
See ziehenden weißen Schwan zu sehen. Der Name Omeganebel hat seinen
Ursprung nicht in der leuchtenden Gasmasse, sonderm in der Form des
Dunkelnebels, der vom Hals des Schwanes eingeschlossen wird. In kleinen
Teleskopen zeigt sich der zentrale, hellste Teil des Nebel als markanter
Streifen im Nacken des Schwans. Besonders empfehlenswert bei diesem Nebel
ist der Einsatz eines OIII-Filters. Der Kontrastgewinn ist verblüffend und
übersteigt sogar den Effekt beim Orionnebel. Größere Teleskope zeigen eine
Vielzahl von helleren und dunkleren Nebelstrukturen. Wegen der Fülle der
Details werden die feinen Ausläufer des Nebels, die sich über eine Fläche
von 40x30 Bogenminuten erstrecken, gerne übersehen.
Fotografie
An die fotografische Ausrüstung wird diesmal keinerlei
Anforderung gestellt. Eine fest montierte Kamera mit einem Normalobjektiv
(50mm Brennweite), ein hochempfindlicher Farbfilm und einige Sekunden
Belichtungszeit sind ausreichend, um M 17 mit Teilen der umgebenden
Milchstraße abzubilden. Die äußeren, schwachen Filamente erfordern
natürlich eine Nachführung und auch einen möglichst guten Himmel. Ganz
erstaunliche Resultate selbst bei lichtverschmutzten Standorten bringt die
Kombination von hypersensibilisiertem TP 2415 mit Rotfilter. Wenn man auch
den zentralen Balken mit Strukturen auflösen möchte, sollte man Brennweiten
ab 500mm verwenden.
Karl Thurner
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