Adlernebel M16
Aufnahme: 35kB, Detlef Hartmann, Berlin
Aufsuchkarte: 143 kB
Noch im Sternbild Schlange, aber an der
südlichen Grenze zum Schützen läßt sich das als
Adlernebel bekannte Messierobjekt finden. Es besteht aus einem Sternhaufen
von rund 100 Sternen, die in einem umgebenden Gasnebel eingebettet sind.
Der offene Sternhaufen zeigt einen Durchmesser von 8 Bogenminuten,
während sich die schwächsten Gasnebelspuren über 35
Bogenminuten erstrecken. Die Entdeckung von M 16 dürfte auf P. L. de
Chéseaux aus dem Jahre 1746 zurückgehen, wobei Messier 20 Jahre
später den Nebel erstmals erwähnte. In die Schlagzeilen kam der
Adlernebel vor einigen Monaten durch die Aufnahmen des
Hubble-Space-Teleskops. Die Bilder zeigten die hohe Dynamik der Gasmassen
in solchen Sternentstehungsgebieten.
Visuelle Beobachtung
Interessanterweise blieben die leuchtenden Gaswolken
von M16 lange Zeit unbeobachtet und die Astronomen berichteten nur von
einem Sternhaufen. Selbst so erfahrene Beobachter wie John Herschel oder
T.W.Webb haben den Nebel nicht gesehen. Das sollte den Amateur aber nicht
abschrecken, denn selbst für kleine Ferngläser stellt M 16 mit
einer Gesamthelligkeit von 6.4 mag kein Problem dar. Viel wichtiger als
große Öffnung ist eine gute Transparenz des Himmels. Bei
leistungsfähigeren Ferngläsern wie z.B. einem 10x70 kann M16 auch
unter Vorstadtbedingungen als leicht elongierter Fleck beobachtet werden.
Wer wissen möchte, wie M16 zu seinem Namen kam, der sollte ein Fujinon
25x150 unter Hochgebirgsbedingungen verwenden. Man sieht deutlich eine
abstrakte Form des deutschen Wappentieres. In Teleskopen ist es
erfahrungsgemäß schwieriger, die Nebelanteile zu sehen. Erst ab
ca. 8 Zoll zeigen sich auch zarte Helligkeitsunterschiede. Eine deutliche
Kontrastverbesserung läßt sich mit einem UHC- oder einem
OIII-Filter erzielen.
Fotografie
Als Motiv für eine Fotografie ist M 16 sehr
reizvoll, wenn auch nicht besonders einfach. Bei kurzbrennweitigen
Teleobjektiven (bis 135 mm Brennweite), sollte man darauf achten, daß
neben M 16 auch der 3 Grad südlichere M 17 mit abgebildet wird.
Außerdem ergibt die zentrale Lage in der Milchstraße einen
besonders ästhetischen Anblick. Längere Brennweiten zeigen dann
schon deutlich die charakteristische Form des Nebels und ab 500 mm
Brennweite werden auch die Dunkelnebel abgebildet. In jedem Fall lohnt es
sich für M 16 einen Farbfilm zu verwenden, wenn sich auch mit dieser
Kombination nicht die schwächsten Nebelanteile abbilden lassen.
Dafür braucht man einen Schwarzweißfilm in Kombination mit einem
Rotfilter.
Karl Thurner
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