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Kugelsternhaufen M 15

Kugelsternhaufen M 15Aufnahme: 124 kB, Copyright (c) 1993, Association of Universities for Research in Astronomy, Inc

Aufsuchkarte M 15Aufsuchkarte: 233 kB

An der Grenze der Sternbilder Pegasus und Füllen liegt der helle Kugelsternhaufen M 15 (NGC 7078). Die erste Sichtung geht auf Meraldi aus dem Jahre 1746 zurück. Er befand sich damals auf der Suche nachem Kometen de Cheseaux. Fast 20 Jahre später (1764) entdeckte auch Messier den Kugelsternhaufen, konnte allerdings nicht mehr als einen Nebel ohne Sterne sehen. Obwohl M 15 nicht so häufig beobachtet wird wie M 13, ist er doch in vieler Hinsicht bemerkenswert. Er dürfte der Kugelsternhaufen mit der dichtesten Sternansammlung sein, hat die dritthöchste Anzahl Variabler Sterne (112) und war der erste Kugelsternhaufen, in dem ein Planetarischer Nebel entdeckt wurde. Die Entfernung beträgt zwischen 30.000 und 50.000 Lichtjahre, die Anzahl der Mitglieder beläuft sich auf 30.000.

Visuelle Beobachtung

Mit einer scheinbaren Helligkeit von 6.4 mag zählt M 15 zu der kleinen Gruppe von Kugelsternhaufen, die sich mit bloßem Auge beobachten lassen. Der scheinbare Durchmesser in größeren Teleskopen beträgt etwa 13 Bogenminuten. Da der Kugelsternhaufen in einer relativ sternarmen Gegend steht, läßt er sich recht einfach finden. Selbst in kleinen Feldstechern zeigt sich M 15 als deutlicher, heller und runder Fleck, leicht von Sternen zu unterscheiden. In kleineren Teleskopen ändert sich in dieser Hinsicht nicht viel. Es zeigt sich zusätzlich ein sehr helles und kompaktes Zentrum mit einem außerordendlich schnellem Randabfall. Man erkennt außerdem, daß der Kernbereich nicht symmetrisch ist. Erst ab einer Öffnung von mindestens sechs Zoll läßt sich der Kugelsternhaufen ansatzweise auflösen und Einzelsterne sieht man erst ab 8 Zoll und Vergrößerungen über 200 fach. Ebenso wie im M 13 kann man auch in M 15 einige Dunkelbänder sehen.

Eine Besonderheit stellt der kleine Planetarische Nebel Pease 1 in der nordöstlichen Ecke von M 15 dar. Entdeckt wurde Pease 1 auf den Fotoplatten des 100 Zoll-Teleskops auf dem Mt. Wilson. Der Durchmesser von nur 3 Bogensekunden und das sternübersäte Gesichtsfeld machen eine genaue Aufsuchkarte und jede Menge Öffung aber zwingend notwendig.

Fotografie

M 15 stellt sowohl für den Anfänger als auch für den Fortgeschrittenen ein lohnenswertes Objekt dar. Selbst auf Übersichtsaufnahmen mit 50mm Brennweite läßt sich M 15 leicht identifizieren. Es ist nicht einmal eine Nachführung notwendig. Wer Einzelsterne auf seiner Aufnahme sehen will, braucht natürlich eine wesentlich längere Brennweite, 500mm sollten hier mindestens zum Einsatz kommen. Bei Kugelsternhaufen kommt auch der CCD-Fotograf auf seine Kosten. Die hohe Dynamik des CCD-Chips kann auch den starken Helligkeitsabfall vom Zentrum bis zum Rand verarbeiten.

Karl Thurner


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