Kugelsternhaufen M 15
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Aufsuchkarte: 233 kB
An der Grenze der Sternbilder Pegasus und Füllen
liegt der helle Kugelsternhaufen M 15 (NGC 7078). Die erste Sichtung geht
auf Meraldi aus dem Jahre 1746 zurück. Er befand sich damals auf der Suche
nachem Kometen de Cheseaux. Fast 20 Jahre später (1764) entdeckte auch
Messier den Kugelsternhaufen, konnte allerdings nicht mehr als einen Nebel
ohne Sterne sehen. Obwohl M 15 nicht so häufig beobachtet wird wie M 13,
ist er doch in vieler Hinsicht bemerkenswert. Er dürfte der
Kugelsternhaufen mit der dichtesten Sternansammlung sein, hat die
dritthöchste Anzahl Variabler Sterne (112) und war der erste
Kugelsternhaufen, in dem ein Planetarischer Nebel entdeckt wurde. Die
Entfernung beträgt zwischen 30.000 und 50.000 Lichtjahre, die Anzahl der
Mitglieder beläuft sich auf 30.000.
Visuelle Beobachtung
Mit einer scheinbaren Helligkeit von 6.4 mag zählt M 15
zu der kleinen Gruppe von Kugelsternhaufen, die sich mit bloßem Auge
beobachten lassen. Der scheinbare Durchmesser in größeren Teleskopen
beträgt etwa 13 Bogenminuten. Da der Kugelsternhaufen in einer relativ
sternarmen Gegend steht, läßt er sich recht einfach finden. Selbst in
kleinen Feldstechern zeigt sich M 15 als deutlicher, heller und runder
Fleck, leicht von Sternen zu unterscheiden. In kleineren Teleskopen ändert
sich in dieser Hinsicht nicht viel. Es zeigt sich zusätzlich ein sehr
helles und kompaktes Zentrum mit einem außerordendlich schnellem
Randabfall. Man erkennt außerdem, daß der Kernbereich nicht symmetrisch
ist. Erst ab einer Öffnung von mindestens sechs Zoll läßt sich der
Kugelsternhaufen ansatzweise auflösen und Einzelsterne sieht man erst ab 8
Zoll und Vergrößerungen über 200 fach. Ebenso wie im M 13 kann man auch in
M 15 einige Dunkelbänder sehen.
Eine Besonderheit stellt der kleine Planetarische Nebel Pease 1 in der
nordöstlichen Ecke von M 15 dar. Entdeckt wurde Pease 1 auf den Fotoplatten
des 100 Zoll-Teleskops auf dem Mt. Wilson. Der Durchmesser von nur 3
Bogensekunden und das sternübersäte Gesichtsfeld machen eine genaue
Aufsuchkarte und jede Menge Öffung aber zwingend notwendig.
Fotografie
M 15 stellt sowohl für den Anfänger als auch für den
Fortgeschrittenen ein lohnenswertes Objekt dar. Selbst auf
Übersichtsaufnahmen mit 50mm Brennweite läßt sich M 15 leicht
identifizieren. Es ist nicht einmal eine Nachführung notwendig. Wer
Einzelsterne auf seiner Aufnahme sehen will, braucht natürlich eine
wesentlich längere Brennweite, 500mm sollten hier mindestens zum Einsatz
kommen. Bei Kugelsternhaufen kommt auch der CCD-Fotograf auf seine Kosten.
Die hohe Dynamik des CCD-Chips kann auch den starken Helligkeitsabfall vom
Zentrum bis zum Rand verarbeiten.
Karl Thurner
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