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Kugelsternhaufen M 13 M 13Aufnahme: 69 kB, Dr. Harald Tomsik (VdS), Marl, aufgenommen mit NGT 18C

Aufsuchkarte M 13Aufsuchkarte:181 kB

Eines der bekanntesten Deep-Sky-Objekte und zugleich der hellste Kugelsternhaufen am nördlichen Fixsternhimmel ist M 13. Sein Durchmesser ist immerhin halb so groß wie die des Vollmondes (16 Bogenminuten) und seine visuelle Helligkeit von 5.7 mag macht ihn für das bloße Auge erreichbar. Eine erste Erwähnung findet sich aus dem Jahre 1714 von dem bekannten Astronom Halley. 50 Jahre später beobachtete Messier den Kugelsternhaufen, sah allerding nur einen diffusen Nebel ohne Sterne. Mit wesentlich besseren Fernrohren untersuchte auch W. Herschel M 13 und gab die Gesamtzahl der Sterne mit 14.000 an. Heute vermutet man, daß sich rund eine halbe Million Sterne in dem 25.000 Lichtjahre entfernten Haufen versammeln.

Visuelle Beobachtung

M 13 ist eines der wenigen Deep-Sky-Objekte, die wirklich mit bloßem Auge beobachtet werden können. Er ist aber ein echter Prüfstein für Auge und Himmel. Jedes noch so kleine Fernglas offenbart M 13 schon als flächiges, ausgedehntes Objekt. Selbst ein Vierzöller kann am Rand des Kugelsternhaufens schon Einzelsterne auflösen, denn die auffälligsten besitzen eine Helligkeit von 12 mag. Mit Großferngläsern oder Teleskopen ab 150 mm Öffnung bietet M13 den unvergeßlichen Anblick eines kosmischen Diamantenhaufens, bei dem ein zartes, zentrales Glimmen in hunderte nadelfeine Einzelsterne eingebettet ist. Wer M 13 bis zum Zentrum in Einzelsterne auflösen will, muß allerdings schon ein Teleskop mit 8 Zoll verwenden. Wer noch mehr Öffnung sein eigen nennt, kann versuchen, in M13 das bekannte "Y" zu finden. Es stellt eine dunkle Struktur in Form eines "Y" dar (dort gibt es weniger heller Sterne als in der Umgebung), die sich über ca. 1/3 der Ausdehnung von M 13 erstreckt. Besonders empfehlenswert ist auch der kurze Schwenk zu NGC 6207, eine Spiralgalaxie (12 mag, 2x1 Bogenminute) nur 0.5 Grad nordöstlich von M 13. Sichtbar ist diese Galaxie schon in einem 6-Zöller.

Fotografie

Ebenso leicht wie M 13 zu beobachten ist, kann man ihn auch fotografieren. Eigentlich reicht schon eine feststehene Kamera mit einem lichtstarken Objektiv (Blende 2.8) und einem empfindlichen Film (z.B. 800 ASA). Je kürzer die Brennweite ist, desto länger läßt sich belichten, ohne daß die Sterne zu Strichspuren verzogen werden. Der Kugelsternhaufen ist groß genug, um selbst auf einer Weitwinkelaufnahme noch von einem Stern unterschieden werden zu können. Wer allerdings auf der Aufnahme Einzelsterne erkennen möchte, muß größeren technischen Aufwand betreiben. Die Optik sollte dann min. 500 mm Brennweite besitzen und muß natürlich auch nachgeführt werden. Die Belichtungszeit ist weniger kritisch, denn M 13 wird wegen seiner relativ großen Helligkeit schnell auf dem Film abgebildet, auch wenn dann die Randbereiche des Kugelsternhaufens noch fehlen.

Karl Thurner


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