Galaxie M108
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Detailkarte: 15 kB
Nicht weit vom bekannten Eulennebel M 97 liegt die
Spiralgalaxie M 108. Weil diese Galaxie sehr stark mit Staubstreifen
durchsetzt ist und wir diese Galaxie nahezu von der Kante sehen, ist die
Bestimmung des Typs nicht einfach. Sie wird allgemein den Balkenspiralen
zugeordet. Der Entdecker Pierre Méchain hat M 108 wahrscheinlich in
der gleichen Nacht im Februar 1781 gefunden wie M97. Einen Monat
später fand sie auch Charles Messier und nahm sie mit in seine
handschriftlichen Aufzeichnungen auf. Erst 1953 hat Owen Gingerich diese
Galaxie auch offiziell zum Messierkatalog hinzugefügt. M 108 wird dem
lockeren Galaxienhaufen Ursa Major zugeschrieben. Mit 45 Millionen
Lichtjahren Entfernung zählt sie noch zu unserer unmittelbaren
kosmischen Nachbarschaft.
Visuelle Beobachtung
Von seiner Struktur und seinem Aussehen ist M 108 fast
vergleichbar mit der schon besprochenen und bekannteren Galaxie M 82.
Jedoch ist M 108 von seiner visuellen Helligkeit rund dreimal
schwächer und erfordert demzufolge auch mehr optischen Einsatz. Mit
einem 7x50-Feldstecher ist es praktisch kaum möglich, die Galaxie zu
sehen. Dazu sind mindestens 70mm Öffnung notwendig. Bei so
großen Feldstechern ist eine Montage desselben auf einem Stativ
unbedingt ratsam. Dann sieht man auch die schwache und zigarrenförmige
Struktur dieser Galaxie. Da die Ausdehnung mit rund 8x2 Bogenminuten in
Ost-West-Richtung auch nicht allzu groß ist, hat es der Besitzer von
kleinen Teleskopen, die auch höhere Vergrößerungen
erlauben, wesentlich leichter. Selbst in einem 4-Zöller
läßt sich dann aber schon etwas von der komplexen Struktur der
Galaxie erahnen. Man sieht eine zarte zentrale Aufhellung mit undefiniertem
Halo. Bei einem 6-Zöller verstärkt sich der Eindruck, wobei der
zentrale Bereich exzentrisch wird. Ab 8 Zoll Öffnung bekommt das Halo
einen fleckiges Aussehen, was der Amateur gerne neudeutsch als "mottled"
beschreibt. Je größer die Öffnung wird, desto mehr und
deutlicher zeichnen sich die dunklen Gas- und Staubwolken in dieser Galaxie
ab. Überraschenderweise zeigt sich der unmittelbare Galaxienkern trotz
zunehmender Öffnung immer sternförmig. Bei M 108 haben wir einen
der seltenen Spezialfälle vorliegen, daß ein hellerer
Vordergrundstern exakt an dieser Position liegt. Für die Besitzer
großer "Lichteimer" sollte diese Galaxie eigentlich zu den
Paradeobjekten zählen, dennoch wird sie wegen der Nachbarschaft zum
prominenteren Eulennebel gerne übersehen.
Fotografie
Fotografisch ist die Nachbarschaft zu M 97 jedoch sehr
interessant. Auf Weitfeldaufnahmen sind beide Objekte zu sehen und
produzieren einen deutlichen farblichen Kontrast. Der Galaxienkörper
ist auf Grund der stattfindenden, heftigen Sternenstehung deutlich blau
gefärbt, wohingegen der Eulennebel in einem für Emissionsnebel
typischen Rot leuchtet. Selbst mit kurzen Brennweiten um 50mm lassen sich
diese beiden Objekte leicht aus dem Sterngewimmel herausfinden. Bei
Brennweiten um 300mm-500mm zeigen sich sowohl in M 108 als auch in M 97 die
ersten Strukturen. Um die Staubstreifen deutlich zu sehen, muß man
jedoch rund 1 Meter Brennweite einsetzen. Daß sich bei diesem
Objektpaar insbesondere Farbfilme lohnen, braucht nicht weiter betont zu
werden.
Karl Thurner
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