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Sombrero-Galaxie M104 M 104Aufnahme: 15 kB, Stefan Funk, Karl Thurner

Aufsuchkarte M 104Aufsuchkarte: 179 kB

In den südlicheren Gefilden des Sternbilds Jungfrau, findet man die einzeln stehende helle Galaxie M104. Entdeckt wurde sie 1781 von Méchain. Drei Jahre später wurde sie von Messier in seinen Katalog aufgenommen. Die Galaxie hat eine visuelle Helligkeit von 8.1 mag und ist damit sogar das hellste Mitglied des Virgo-Galaxienhaufens. Die scheinbare Ausdehnung beträgt 7 x 2.5 Bogenminuten. Die 40 Mio. Lichtjahre entfernte Galaxie ist mit 1.300 Milliarden Sonnenmassen eines der massereichsten Messierobjekte, und fast 10 mal schwerer als unsere eigene Milchstraße.

Visuelle Beobachtung

Charakteristisch am Erscheinungsbild von M 104 ist das dunkle Staubband, das sich quer über die Galaxie zieht. Da M 104 sonst ohne weitere Struktur erscheint, wurde vermutet, daß das Staubband von einer inzwischen gänzlich verschluckten Begleitgalaxie erzeugt wurde. Ihr Aussehen hat M 104 auch den Namen Sombrero-Galaxie eingetragen. Da wir auf die Galaxie nahezu von der Seite blicken (Neigungswinkel 6 Grad), teilt das Staubband M 104 in fast zwei gleich große Teile. Der nördliche Teil ist aber etwas heller und ausgeprägter und zeigt auch einen leicht ovalen Kern.

M 104 hat eine Deklination von nur -11 Grad. Deshalb steigt sie in unseren geographischen Breiten nicht sehr hoch über den Horizont und man sollte die Beobachtungszeit nahe der Kulmination einplanen. Schon in kleinen Feldstechern kann man M 104 als elongierten Fleck sehen. Die Zweiteilung läßt sich allerdings erst ab einem 16x70 erahnen (dunkler Himmel, Stativ!). Bei noch größeren Binokularen können eigentlich nur noch die schlechten Sichtbedingugen (Dunst, Horizontlage) den Beobachtungsgenuß stören. Ebenso läßt sich M 104 schon mit einem vierzölligen Teleskop sehr gut beobachten. Um mehr als nur eine Andeutung einer Zweiteilung zusehen, braucht man allerdings mindestens ein Teleskop mit 6 Zoll Öffnung. Dagegen wirkt das Staubband mit einem 8-Zöller schon recht deutlich. Bei größeren Öffnungen wird das Staubband immer kontrastreicher und kann auch immer weiter nach außen verfolgt werden.

Fotografie

Auf den Film läßt sich M 104 schon mit einfachen Mitteln bannen. Wenn man allerdings auch das Staubband abbilden möchte, dann sollte man mindestens 500 mm Brennweite und einen kontrastreichen Film verwenden. Außerdem besitzt M 104 kaum Farbinformationen, so daß sich ohne ästhetische Einbußen auch ein SW-Film einsetzen läßt. Unter diesen Gesichtspunkten wäre M 104 auch ein dankbares Objekt für eine CCD-Kamera. Wer mit kurzer Brennweite und großem Gesichtsfeld M 104 fotografieren möchte, sollte auf gute Himmelsbedingungen achten, denn Dunst verkürzt die Belichtungszeit und vermindert dadurch den Kontrast.

Karl Thurner


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