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Kugelsternhaufen M 10

M 10 Aufnahme: 117 kB, Copyright (c) 1993, Association of Universities for Research in Astronomy, Inc
Aufsuchkarte: M 10 Aufsuchkarte: 139kB

Der Schlangenträger ist bekannt für seine große Zahl an Kugelsternhaufen. Kein Wunder also, wenn es in Messiers Liste gleich deren sieben gibt. Einer der hellsten ist M 10. Messier fand ihn am 29. Mai 1764. Allerdings erkannte er nur einen "Nebel ohne Sterne". Erst William Herschel konnte M 10 in Einzelsterne auflösen. Die Entfernung des Kugelsternhaufens liegt bei moderaten 14.300 Lichtjahren und seine Radialgeschwindigkeit beträgt 69 km/s. Überraschenderweise gibt es in diesem Kugelsternhaufen sehr wenige veränderliche Sterne, verschiedene Literaturquellen sprechen von drei oder vier.

Visuelle Beobachtung

Mit einer visuellen Helligkeit von 6.6mag zählt M10 noch zu den hellsten Kugelsternhaufen. Dies läßt Spielraum offen, unter guten Bedingungen auch einmal einen Versuch mit dem bloßen Auge zu wagen. Der ein Grad östlich liegende und 5mag helle Stern 30 Ophiuchi hilft beim Aufsuchen. Da die Flächenhelligkeit von M10 nicht sehr hoch ist, springt M10 auch mit einem Feldstecher nicht gerade ins Auge. Ein 7x50 oder ein 10x50 sind jedoch völlig ausreichend. Der scheinbare Durchmesser beträgt etwa 10 Bogenminuten. Auf langebelichteten Aufnahmen dehnt sich das Halo aber bis zu 19 Bogenminuten aus. Wer mit dem Feldstecher unterwegs ist, sollte bei der Gelegenheit gleich M12 beobachten. Beide liegen rund 3 Grad auseinander und können gleichzeitig beobachtet werden. Kleine Refraktoren zeigen eine perfekt runde in der Mitte leicht hellere Scheibe. Ab rund 4 Zoll Öffnung bekommt man den ersten Eindruck davon, einen Kugelsternhaufen zu beobachten, man kann die ersten Einzelsterne aus dem Halo beobachten. Mit einem 8 Zöller zerfällt der Kugelsternhaufen in Einzelsterne bis in den Kernbereich hinein.

Fotografie

In dem etwas sternärmeren Bereich des Ophiuchus lassen sich die Kugelsternhaufen M10 und M12 sehr leicht auch auf Übersichtsaufnahmen identifizieren. Interessant ist dieser Versuch auch deswegen, weil der Ophiuchus von Dunkelwolken "übersät" ist. Bei moderater Brennweite von 300mm erkennt man schon deutlich die ersten Sterne aus dem Halo. Richtig aufglöst erscheint der Kugelsternhaufen bei Brennweiten über 500mm.

Karl Thurner


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