Kugelsternhaufen M 10
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Der Schlangenträger ist bekannt für seine große Zahl an
Kugelsternhaufen. Kein Wunder also, wenn es in Messiers Liste gleich
deren sieben gibt. Einer der hellsten ist M 10. Messier fand ihn am 29.
Mai 1764. Allerdings erkannte er nur einen "Nebel ohne Sterne". Erst
William Herschel konnte M 10 in Einzelsterne auflösen. Die Entfernung
des Kugelsternhaufens liegt bei moderaten 14.300 Lichtjahren und seine
Radialgeschwindigkeit beträgt 69 km/s. Überraschenderweise gibt es in
diesem Kugelsternhaufen sehr wenige veränderliche Sterne, verschiedene
Literaturquellen sprechen von drei oder vier.
Visuelle Beobachtung
Mit einer visuellen Helligkeit von 6.6mag zählt
M10 noch zu den hellsten Kugelsternhaufen. Dies läßt Spielraum offen,
unter guten Bedingungen auch einmal einen Versuch mit dem bloßen Auge
zu wagen. Der ein Grad östlich liegende und 5mag helle Stern 30
Ophiuchi hilft beim Aufsuchen. Da die Flächenhelligkeit von M10 nicht
sehr hoch ist, springt M10 auch mit einem Feldstecher nicht gerade ins
Auge. Ein 7x50 oder ein 10x50 sind jedoch völlig ausreichend. Der
scheinbare Durchmesser beträgt etwa 10 Bogenminuten. Auf
langebelichteten Aufnahmen dehnt sich das Halo aber bis zu 19
Bogenminuten aus. Wer mit dem Feldstecher unterwegs ist, sollte bei der
Gelegenheit gleich M12 beobachten. Beide liegen rund 3 Grad auseinander
und können gleichzeitig beobachtet werden. Kleine Refraktoren zeigen
eine perfekt runde in der Mitte leicht hellere Scheibe. Ab rund 4 Zoll
Öffnung bekommt man den ersten Eindruck davon, einen Kugelsternhaufen
zu beobachten, man kann die ersten Einzelsterne aus dem Halo
beobachten. Mit einem 8 Zöller zerfällt der Kugelsternhaufen in
Einzelsterne bis in den Kernbereich hinein.
Fotografie
In dem etwas sternärmeren Bereich des Ophiuchus
lassen sich die Kugelsternhaufen M10 und M12 sehr leicht auch auf
Übersichtsaufnahmen identifizieren. Interessant ist dieser Versuch auch
deswegen, weil der Ophiuchus von Dunkelwolken "übersät" ist. Bei
moderater Brennweite von 300mm erkennt man schon deutlich die ersten
Sterne aus dem Halo. Richtig aufglöst erscheint der Kugelsternhaufen
bei Brennweiten über 500mm.
Karl Thurner
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