Krebsnebel M1
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Am 4. Juli im Jahre 1054 n.Chr. erschien ein neuer
Stern am Himmel. Er war so hell, daß er sogar über einen
Zeitraum von 3 Wochen hinweg am hellichten Tage sichtbar war. Von dieser
Sichtung wissen wir aus chinesischen und anderen Chroniken, jedoch findet
sich keine Erwähnung in irgendeiner europäischen Aufzeichnung.
Schuld daran sind wohl die Wirren des "finsteren Mittelalters". Als Messier
mehr als 700 Jahre später zufällig sein Teleskop bei der
Verfolgung eines Komets auf diese Stelle richtete, fand er einen diffusen
Nebelfleck. Dieser sah zwar aus wie ein Komet, veränderte jedoch nicht
seine Position am Himmel. Damit er bei späteren Beobachtungen nicht
von diesem oder ähnlichen Objekten genarrt würde, schuf er den
berühmten Messierkatalog. Wie wir heute wissen ist M 1 der
Überrest der Supernova aus dem Jahre 1054.
Visuelle Beobachtung
Vielfach wird der Krebsnebel in der Literatur auch als
planetarischer Nebel geführt. Das ist jedoch nicht ganz richtigt.
Enstanden ist der Nebel durch eine regelrechte Explosion und nicht durch
das Absprengen einer Gasschale. Entsprechend chaotischer ist das
Erscheinungsbild von M1 (auf Fotografien). Als Zentralstern ist auch kein
Weißer Zwerg sondern ein Neutronenstern übbriggeblieben, der die
Gasmassen zum Leuchten anregt. Die visuelle Helligkeit wird mit 8.4 mag
angegeben. Damit ist der Krebsnebel ein einfaches Feldstecherobjekt.
Geübte Beobachter können ihn schon bei 7-facher
Vergrößerung von einem Stern unterscheiden. Die scheinbare
Ausdehnung am Himmel beträgt 6x4 Bogenminuten. Von der chaotischen
Struktur ist visuell leider nicht sehr viel zu sehen. Viele der markanten
Filamente leuchten im H-Alpha-Licht, bei der das Auge relativ unempfindlich
ist. Erst in großen Teleskopen offenbaren sich einige Strukturen und
Filamente, die auch zu dem Namen Krebsnebel geführt haben. Ein Teil
der Nebelmasse aber leuchtet intensiv im Lichte des 2-fach ionisierten
Sauerstoffs, wodurch ein O-III-Filter einen deutlichen Kontrastgewinn
bringt.
Fotografie
Der Krebsnebel läßt sich zwar sehr leicht
auf den Film bannen, zeigt aber bei kurzen Brennweiten keinerlei Strukuren.
Er erscheint nur als amorphes Gebilde. Auf Farbaufnahmen ohne große
Auflösung wirkt der Krebsnebel weiß bis grün-bläulich.
Erst bei langen Brennweiten kann man die chaotische Filamentstruktur
abbilden, die den Nebel als rote Faserung durchzieht. Diese feinsten
Strukturen leuchten im H-Alpha-Licht, weshalb Profis gerne einen
entsprechenden Interferenzfilter benutzen.
Karl Thurner
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