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Krebsnebel M1

M1Aufnahme: 25kB, Copyright (c) 1993, Association of Universities for Research in Astronomy, Inc

Aufsuchkarte M 1Aufsuchkarte: 260 kB

Am 4. Juli im Jahre 1054 n.Chr. erschien ein neuer Stern am Himmel. Er war so hell, daß er sogar über einen Zeitraum von 3 Wochen hinweg am hellichten Tage sichtbar war. Von dieser Sichtung wissen wir aus chinesischen und anderen Chroniken, jedoch findet sich keine Erwähnung in irgendeiner europäischen Aufzeichnung. Schuld daran sind wohl die Wirren des "finsteren Mittelalters". Als Messier mehr als 700 Jahre später zufällig sein Teleskop bei der Verfolgung eines Komets auf diese Stelle richtete, fand er einen diffusen Nebelfleck. Dieser sah zwar aus wie ein Komet, veränderte jedoch nicht seine Position am Himmel. Damit er bei späteren Beobachtungen nicht von diesem oder ähnlichen Objekten genarrt würde, schuf er den berühmten Messierkatalog. Wie wir heute wissen ist M 1 der Überrest der Supernova aus dem Jahre 1054.

Visuelle Beobachtung

Vielfach wird der Krebsnebel in der Literatur auch als planetarischer Nebel geführt. Das ist jedoch nicht ganz richtigt. Enstanden ist der Nebel durch eine regelrechte Explosion und nicht durch das Absprengen einer Gasschale. Entsprechend chaotischer ist das Erscheinungsbild von M1 (auf Fotografien). Als Zentralstern ist auch kein Weißer Zwerg sondern ein Neutronenstern übbriggeblieben, der die Gasmassen zum Leuchten anregt. Die visuelle Helligkeit wird mit 8.4 mag angegeben. Damit ist der Krebsnebel ein einfaches Feldstecherobjekt. Geübte Beobachter können ihn schon bei 7-facher Vergrößerung von einem Stern unterscheiden. Die scheinbare Ausdehnung am Himmel beträgt 6x4 Bogenminuten. Von der chaotischen Struktur ist visuell leider nicht sehr viel zu sehen. Viele der markanten Filamente leuchten im H-Alpha-Licht, bei der das Auge relativ unempfindlich ist. Erst in großen Teleskopen offenbaren sich einige Strukturen und Filamente, die auch zu dem Namen Krebsnebel geführt haben. Ein Teil der Nebelmasse aber leuchtet intensiv im Lichte des 2-fach ionisierten Sauerstoffs, wodurch ein O-III-Filter einen deutlichen Kontrastgewinn bringt.

Fotografie

Der Krebsnebel läßt sich zwar sehr leicht auf den Film bannen, zeigt aber bei kurzen Brennweiten keinerlei Strukuren. Er erscheint nur als amorphes Gebilde. Auf Farbaufnahmen ohne große Auflösung wirkt der Krebsnebel weiß bis grün-bläulich. Erst bei langen Brennweiten kann man die chaotische Filamentstruktur abbilden, die den Nebel als rote Faserung durchzieht. Diese feinsten Strukturen leuchten im H-Alpha-Licht, weshalb Profis gerne einen entsprechenden Interferenzfilter benutzen.

Karl Thurner


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